An einem E-Bike lassen sich viele Teile und Komponenten verändern. Manches ist aber auch fest gesetzt. Zum Beispiel die Rahmenform. Zumindest dachten wir das bislang. Jetzt kommt Diamant und räumt mit diesem scheinbar ungeschriebenen Gesetz auf kreative Weise auf. Das Suvea ist das erste E-Bike, das wir kennen, dessen Rahmen ihr von einem Tiefeinsteiger in einen Diamantrahmen verwandeln könnt.
Zu unserer Ehrenrettung sei angemerkt: Auch für Diamant bedeute das Suvea in mehrfacher Hinsicht eine Premiere. Erstmals stellt die Traditionsmarke ein Fahrrad vor, das sie als E-SUV versteht. Und der Clou eines E-Bikes mit flexibler Rahmenform wurde noch nie zuvor an einem anderen Modell ausprobiert.
1. Eine „Stange“ = zwei Rahmenformen
2. Top-Motor und viel Auswahl beim Akku
3. Trekking-E-Bike? E-SUV? E-Bike für Radabenteuer.
4. Varianten vom Diamant Suvea für Tour und Stadt
1. Eine „Stange“ = zwei Rahmenformen
Wie also gelingt Diamant dieses Kunststück? Nüchtern betrachtet, auf ganz unspektakuläre Art und Weise. Als Ausgangspunkt dient ein aus Aluminium gefertigter Rahmen mit einem tiefen Einstieg. Für den hat der Hersteller eine stabile Strebe entworfen. Manche würden dazu vielleicht einfach „Stange“ sagen. Der entsprechende Fachbegriff lautet jedoch Oberrohr und dies lässt sich optional am E-Bike an- und abschrauben. Der Wechsel vom Tiefeinsteiger hin zur klassischen Form mit dem hohen Einstieg kann so in jede Richtung und beliebig oft vollzogen werden.
Hinter der Idee steckt natürlich mehr als nur eine Reaktion auf eventuell optische Vorlieben. Die Accessory Bar genannte Strebe verleiht dem Fahrradrahmen zusätzliche Stabilität. Vor allem aber sorgt sie dafür, dass ihr zahlreiches Zubehör und kleines Gepäck daran befestigen könnt. Die Strebe besteht aus einer Schiene und einem darauf montierten Cover. An beiden befinden sich neben Anschraubpunkten auch Öffnungen. Durch diese lassen sich verschiedenste flache Riemen, Gurte und Bänder durchführen, um beispielweise eine Jacke, eine kleine Decke, Werkzeug, eine Luftpumpe, Verpflegung oder sogar einen dünnen Schlafsack festzubinden.

Praktisch, aber begrenzt belastbar
Ganz so belastbar wie ein eigentliches Rahmenrohr ist die Accessory Bar jedoch nicht. So rät Diamant davon ab, das E-Bike an der Stelle in einem Montageständer oder an einem Fahrradträger für den Transport auf dem am Auto einzuspannen. Als Teil des Zubehörs muss die Strebe separat gekauft werden. Mit 99,99 Euro fällt der Preis angesichts des potenziellen Nutzens dafür aus unserer Sicht vertretbar aus. Achtet bei einer möglichen Bestellung darauf, dass davon zwei Größen verfügbar sind. Jede passt zu einer der beiden erhältlichen Rahmengrößen – S-M oder L-XL. Mit den Größen richtet sich der Hersteller an Menschen mit einer Körperlänge von 155 Zentimeter bis rund 195 Zentimeter.
Ansonsten fallen am Rahmen noch die innen verlaufenden Kabel und Züge auf. Diamant hat dabei ganz im Sinne aller gehandelt, die gern ihr E-Bike selbst warten und reparieren. Bei solchen Arbeiten entpuppen sich innenverlegte Kabel oftmals als nervtötende Zeitfresser. Das sollte hier anders werden. Separate Führungen dirigieren die Kabel in die passende Richtung und lassen sie um andere Bauteile herumlaufen. Sie treten am oberen Rand des Steuerrohrs aus dem Rahmen heraus und werden später von einer am Vorbau montierten Halterung gebündelt aufgenommen. So wirkt das Cockpit wie das gesamte Fahrrad angenehmen übersichtlich.

2. Top-Motor und viel Auswahl beim Akku
Direkt mit der Accessory Bar hängt die spezielle Entnahme des Akkus zusammen. Grundsätzlich bevorzugt Diamant hier augenscheinlich das Herausnehmen nach oben. Bei installierter Zusatzstrebe wäre aber schnell die Gefahr entstanden, nicht am optionalen Oberrohr vorbeizukommen. Erst recht, sollten an dessen Unterseite noch Dinge befestigt sein.
Dies umgeht der Hersteller, indem er das Unterrohr des Rahmens seitlich dreht. In der Folge lässt sich der Akku problemlos in einem Winkel von etwa 45 Grad nach rechts entnehmen. Zusätzlich ergibt sich für euch beim Fahren eine vorteilhafte Perspektive. Euer Blick fällt von oben auf eine Seitenkante des Rohres, wodurch es schlanker wirkt, als wenn ihr auf eine plane Fläche sehen würdet. An sich ist das Rohr immer so noch voluminös wie die meisten anderen Rohre, in die ein Bosch PowerTube 800 hineinpassen muss. Durch die Drehung entsteht aber der Eindruck einer schmaleren Silhouette.
Je nach Ausstattungsvariante verbaut Diamant einen Bosch PowerTube 800 oder einen Bosch PowerTube 600. Bei identischer übriger Ausstattung schlägt sich das am Ende in einem Preisunterschied von 400 Euro nieder. Die Option für die Erweiterung um einen Range Extender bieten beide Varianten, da das Suvea als PowerMore ready ausgeliefert wird.
Neueste Entwicklungsstufe vom Marktführer Bosch
Die Rahmenakkus liefern den nötigen Strom für den aktuellen Bosch Performance Line CX. Es handelt sich um die Version mit den reduzierten Tretgeräuschen, dem geringeren Tretwiderstand, der verbesserten Sensorik sowie dem zusätzlichen Kick vom Extended Boost. Wie gewohnt, unterstützt euch der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde – und zwar mit maximal 340 Prozent eurer eigenen Leistung. Sein Drehmoment von 85 Newtonmetern stellt er schon bei relativ niedrigeren Trittfrequenzen von 65 Umdrehungen pro Minute bereit. Das kommt allen entgegen, die e auch gern mal etwas ruhiger angehen lassen.
An- und ausschalten lässt sich der E-Antrieb mithilfe der Bosch LED Remote. Über die Bedieneinheit steuert ihr zudem das verbaute Bosch Kiox 500. Auf dem größten Display von Bosch kommen Funktionen wie die verbesserte Darstellung der Navigationsansicht am besten zum Tragen. Falls sich der 2,8 Zoll große Bildschirm im Alltag doch als zu klein erweist, könnt ihr alternativ euch einen Bosch SmartphoneGrip zulegen. Kiox 500 und SmartphoneGrip nutzen die gleiche Displayaufnahme. Auf dem Letztgenannten wird dann euer Handy zum Display des E-Bikes.

3. Trekking-E-Bike? E-SUV? E-Bike für Radabenteuer.
Ein solches Wechselspiel könnte für diejenigen interessant werden, die mit dem Suvea unter der Woche ihre täglichen Wege bestreiten und am Wochenende oder im Urlaub zu längeren Radtouren aufbrechen. Im Unterschied zum Ende 2024 vorgestellten Zing hat Diamant seinen Neuling auf genau solche Abenteuer hat Diamant ausgelegt. Erst recht, wenn euch die Strecke von Straße weg auf Waldwege und ähnliche Untergründe führt. Damit euch dort der nötige Fahrkomfort erhalten bleibt, nehmen die Federgabel mit einem Federweg von 100 Millimetern, die gefederte Sattelstütze als auch die 65 Millimeter breiten Reifen gemeinsam selbst größere Erschütterungen auf und lassen euch sicher vorankommen. Groß dimensionierte hydraulische Scheibenbremsen mit vier Bremskolben von Magura sorgen für verlässliche Bremsmanöver – gerade, wenn ihr mit mehr Gepäck unterwegs seid.
Anhängen. Anschrauben. Anklicken.
Apropos Gepäck. Damit ihr das mithilfe von Gepäcktaschen bestmöglich am hinteren Gepäckträger verstauen könnt, hat der Hersteller hier zu einem besonderen Modell gegriffen. Der Gepäckträger am Suvea besitzt eine spezielle Konstruktion namens D-Wings. Dahinter verbirgt sich eine über fünf Ecken in sich geschlossene Strebe, die an den Außenseiten des Trägers montiert ist. Sie sorgt dafür, dass die Gepäcktasche weder an den Rahmen noch an die Schaltung anschlagen. Über ihre Fläche erhöht sie den seitlichen Halt der Taschen am E-Bike. Zudem ermöglichen die D-Wings, dass sich linke und rechte Tasche tauschen lassen, ohne dafür die Arretierungshebel an den Taschen versetzen zu müssen, mit denen ihr die Taschen im unteren Bereich am Träger sichert.
Nutzt ihr lediglich eine Tasche oder mal gar keine, könnt ihr an den D-Wings Flaschenhalter und weiteres Zubehör befestigen. Fünf Anschraubpunkte je Seite eröffnen dafür einigen Spielraum.
Auf der mittleren Ladefläche lassen sich Körbe und Taschen anklicken, die mit dem MIK HD-System kompatibel sind. Bei einer Freigabe für Lasten von insgesamt 27,5 Kilogramm wird auch das Anbringen eines Kindersitzes möglich. Behaltet lediglich im Blick, dass ihr das maximal zulässige Gesamtgewicht des Diamant Suvea von 160 Kilogramm nicht überschreitet. Für das Fahrrad selbst müsst ihr davon je nach Modell und Ausführung schon einmal zwischen 28,4 Kilogramm und 30,1 Kilogramm abziehen.
4. Varianten vom Diamant Suvea für Tour und Stadt
Allein aufgrund seiner kompletten Ausstattung mit Schutzblechen, fest installierter Beleuchtung, Gepäckträger und Seitenständer schlummert im Suvea natürlich auch das Potenzial eines E-Bikes, das über das ganze Jahr hinweg eher in der Stadt gefahren werden kann. Dem trägt Diamant mit seiner Ausdifferenzierung der Modellreihe Rechnung. Zwei Modelle gehören eher zur Kategorie der Trekking-E-Bikes – das Suvea Trip Pro und das Suvea Trip Plus. Eines, das Suvea Style, geht dagegen beinahe als reines urbanes E-Bikes durch. Statt einer Kettenschaltung findet ihr an ihm eine stufenlos schaltbare Nabenschaltung von Enviolo, die von einen Carbonriemen angetrieben wird. Die Reifenbreite bleibt bei den erwähnten 65 Millimetern. Allerdings kommt ihr am Style-Modell in den Genuss eines Schwalbe Super Moto-X. Mit seinem geringem Rollwiderstand, den seitlichen Reflexionsstreifen und erhöhtem Pannenschutz ist er ganz klar auf ein urbanes Umfeld mit Straßen und asphaltierten Radwegen ausgerichtet.
Mehr Schaltkomfort und bessere Sicht als Extras
Diamant Suvea Trip Pro und Diamant Suvea Trip Plus sind wie erwähnt robuste Reiseräder. Mit einer elektronisch schaltbaren Kettenschaltung mit zwölf Gängen sowie dem 500 Lumen starken Frontscheinwerfer Supernova Starstream ist das Suvea Trip Pro das etwas hochwertiger ausgestattete Modell. Da es sich Details wie die Schwalbe Johnny Watts 365, den im Winkel verstellbaren Vorbau, das sensorgesteuerte Bremslicht sowie eine Schaltgruppe mit dem Linkglide-Standard mit dem Suvea Trip Plus teilt, fallen die Unterschiede nicht zu groß aus.
Allen drei Ausführungen gemeinsam ist zudem ein Motorcover, in dem ihr gleichzeitig sowohl ein Apple AirTag als auch ein Bosch ConnectModule einsetzen könnt. Damit stehen euch Sicherheitslösungen wie eBike Alarm von Bosch als auch Tracking-Alternativen über das Netzwerk von Apple-Geräten offen.

Beim Preis gilt es zu beachten, dass Diamant jedes Suvea wahlweise mit einem Bosch PowerTube 600 oder einem Bosch PowerTube 800 anbietet. Somit ergeben sich für das Diamant Suvea Trip Pro und das Diamant Suvea Style die Summen von 5.599 Euro beziehungsweise 5.999 Euro. Im Falle des Diamant Suvea Trip Plus sprechen wir von 4.599 Euro beziehungsweise 4.999 Euro.
Diamant Suvea im Überblick
- Varianten: Diamant Suvea Trip Plus, Diamant Suvea Style, Diamant Suvea Trip Pro
- Rahmen: Aluminium
- Federgabel: SR Suntour Mobie 34 Boost, Fox 36 AWL HD
- Motor: Bosch Performance Line CX
- Akku: Bosch PowerTube 800, Bosch PowerTube 600
- Bedieneinheit: Bosch LED Remote
- Display: Bosch Kiox 500
- Antrieb: Shimano Cues U8050 Di2, Enviolo Heavy Duty, Shimano Cues U6000
- Bremsen: Magura MT Thirty
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 160 kg
- Farben: Heugrün, Nachthimmelbau, Schlammbeige
- Preise: ab 4.599 Euro






















Leider kann man nirgends ersehen, welches Eigengewicht das Suvea mitbringt, möglicherweise habe ich es auch nur übersehen.
Vielen Dank für ein kurzes Feedback 🙂
Hallo,
je nach Modell und Ausführung kannst du mit einem Gewicht von rund 28,4 Kilogramm bis 30,1 Kilogramm rechnen.
Sportliche Grüße, Matthias