E-Bike oder doch lieber ein Fahrrad ohne zusätzliche Motorunterstützung – das kann schon eine knifflige Entscheidung sein. Manchmal geht jedoch beides. Zum Beispiel mit dem E-Bike-Umbau-Kit Cyplore. Das wiegt deutlich weniger als zwei Milchpackungen, besteht im Grunde nur aus drei Teilen und lässt sich im Handumdrehen an- und abbauen.
1. Immer schön flexibel bleiben
2. Lösung für E-Rennrad und E-Gravelbike
3. Umbau-Kit von Cyplore echtes Leichtgewicht
4. Motor die Nabe im Hinterrad
5. Akku wie aus dem Windkanal
6. Cyplore ein smartes System
7. Nicht mit allen Fahrrädern kompatibel
8. Umbau-Kit kommt in zwei Versionen
1. Immer schön flexibel bleiben
Meist lassen sich Sets, mit denen ihr ein herkömmliches Fahrrad in ein E-Bike verwandeln könnt, in zwei Typen unterteilen. Diejenigen, die eher als permanente Lösung gedacht sind, und diejenigen, die einen relativ einfachen Wechsel zwischen E-Bike- und Bio-Bike unterstützen. Ein Beispiel für die erste Kategorie ist aus unserer Sicht das System von Swytch. Weniger, weil es so leistungsstark ist, dass es einem typischen E-Antrieb nahekommt, sondern vielmehr, weil es das Verlegen so vieler Kabel erfordert, dass ihr diese nur ungern abmontieren und später neu verlegen wollt. Sets wie das Skarper Diskdrive oder das Livall Pikaboost 2 zählen dagegen eher zur zweiten Kategorie.
Gleiches gilt auf alle Fälle für Cyplore. Zum Set gehören lediglich ein Motor, ein Akku, eine Bedieneinheit und eine Kabelsteckverbindung. Mehr nicht. Der Motor bildet die Nabe des Hinterrades. Habt ihr zwei separate Hinterräder – eines mit dem Motor und eines ohne – besteht das Wechselspiel lediglich im Tauschen des Hinterrades und Abschrauben der Halterung für den Akku an der Aufnahme für den Flaschenhalter. Dafür brauchen sicher viele von euch nicht länger als fünf Minuten.
2. Lösung für E-Rennrad und E-Gravelbike
Mit seinem Standard für Hinterräder mit einer Steckachse vom Maß 142 Millimeter mal zwölf Millimeter richtet sich Cyplore in erster Linie an moderne Renn- und Gravelbikes. Diese greifen vorrangig auf diese Abmessungen am Hinterrad zurück. Ein paar urbane Fahrräder oder Crossräder könnten ebenfalls kompatibel sein. Die Hersteller, von denen wir nicht einmal gesichert wissen, ob sie, wie wir stark annehmen, aus China stammen, haben sich offensichtlich ganz gezielt diesen Typ Fahrrad und damit auch diese Zielgruppe an Menschen gesucht, als sie 2023 auf die Idee für ein derartiges E-Bike-Umbau-Kit kamen. Nach eigener Aussage entstanden 2024 erste Prototypen. Gesichert ist definitiv die Tatsache, dass sie 2025 auf der Start-Up-Area der Eurobike als Aussteller in Frankfurt am Main vor Ort ihre Lösung präsentiert haben.
Nach unserer Einschätzung hat Cyplore das Potenzial, frischen Wind in den Markt der Umbau-Kits zu bringen. Gerade Skarper dürfte diesen potenziellen neuen Mitbewerber genau im Blick behalten. Schließlich sprechen beide Hersteller eine sportliche Zielgruppe an, die gern ein Rennrad und ein Gravelbike fährt und dabei schon genauer auf das Gesamtgewicht des Fahrrades achtet.

3. Umbau-Kit von Cyplore echtes Leichtgewicht
Bei Cyplore kommt mit 1,7 Kilogramm eine erstaunlich geringe Masse hinzu. Zum Vergleich: Allein der abnehmbare Diskdrive von Skarper wiegt 4,5 Kilogramm. Zudem ist sein Gewicht mit der Einheit an der linken Kettenstrebe ungünstiger platziert. Bei Cyplore verteilt sich hingegen das zusätzliche Gewicht auf die Hinterradnabe und einen einer Trinkflasche nachempfundenen Akku, den ihr am Unterrohr oder Sitzrohr montieren könnt. Wie genau die Gewichtsverteilung zwischen Motor und Akku aussieht, geht aus den Angaben von Cyplore nicht hervor. Bei einer nur 1,5 Kilogramm schweren Vorversion aus dem Jahre 2025 wogen der Motor rund 900 Gramm und der Akku rund 600 Gramm.

4. Motor die Nabe im Hinterrad
In der aktuellen Entwicklungsstufe soll der Motor im Dauerbetrieb die üblichen 250 Watt leisten. Trotz seiner kompakten Abmessungen sowie des Fliegengewichts kann die Leistung in der Spitze wohl auf 750 Watt ansteigen. Das Drehmoment wird mit 23 Newtonmeter angegeben. Ähnlich wie Mahle dies bei seinen Hinterradnabenmotoren tut, errechnet auch Cyplore daraus ein Wert, der den Antrieb mit einem Mittelmotor vergleichbar machen soll. Laut diesem würde das Drehmoment 50 Newtonmeter entsprechen. Wie belastbar solche Umrechnungen sind, können wir nicht beurteilen.
Glaubhaft erscheint die Aussage des Herstellers, dass mithilfe einer integrierten Kupplung sich der Motor komplett von der Nabe entkoppelt, sobald ihr den E-Antrieb ausschaltet oder ihr die Grenze für die Unterstützung bei einer Fahrtgeschwindigkeiten von 25 Kilometer pro Stunde erreicht. Ab dem Moment sollte sich die Hinterradnabe dann ohne jeglichen zusätzlichen Widerstand wie eine gewöhnliche Nabe drehen. Während der Unterstützung erfasst ein Drehmomentsensor eure Tretkraft in Echtzeit und richtet daran die Motorleistung ab.
Um das Fahrgefühl so sanft und natürlich wie möglich zu gestalten, haben sich die Entwickler bewusst gegen eine Energierückgewinnung durch Rekuperation entschieden. Damit lässt sich der Akku nicht wieder teilweise auf, wenn ihr bremst oder zum Beispiel während einer Abfahrt längere Zeit im Leerlauf dahinrollt.

Unterstützung mit Herzfrequenz koppeln
Dafür gibt es immerhin vier Unterstützungsstufen. Der Einfachheit halber haben wir deren englische Bezeichnungen Smooth, Agile, Auto und Training übernommen. Smooth scheint ein Pendant für einen Eco-Modus zu sein. Der Fahrmodus unterstützt eher sanft, vermutlich nicht mit voller Leistung und spart so beim Fahren auf ebener Strecke Akkuleistung. Im Agile-Fahrmodus spricht der Motor schnell und kraftvoll an. Er eignet sich daher für den Sprint von der Ampel weg oder einen schnellen Antritt aus der Fahrt heraus. Im Auto-Fahrmodus ist die Rede von einer automatischen Anpassung an das Gelände. Der Training-Modus unterstützt standardmäßig das Fahren in der Zone 2. Dabei handelt es sich um einen Trainingsbereich im Ausdauertraining. Er stammt aus dem 5-Zonen-Modell und bezieht sich auf die Herzfrequenz.
- Zone 1 = 50 Prozent bis 60 Prozent der maximalen Herzfrequenz
- Zone 2 = 60 Prozent bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz
- Zone 3 = 70 Prozent bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz
- Zone 4 = 80 Prozent bis 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz
- Zone 5 = 90 Prozent bis 100 Prozent der maximalen Herzfrequenz
Es sieht so aus, als ob sich der Training-Modus auch auf andere Zonen oder eine bestimmte Herzfrequenz anpassen ließe.

5. Akku wie aus dem Windkanal
Die schätzungsweise 500 bis 600 Gramm für den Akku weisen bereits darauf hin, dass seine Kapazität stärker begrenzt ist. Offiziell beträgt sie 111 Wattstunden. Der Hersteller stellt Reichweiten von rund 50 Kilometer in Aussicht. Auf wie viel ihr am Ende kommen würdet, hängt bekanntermaßen von zahlreichen Bedingungen wie dem Körpergewicht, den Reifen, deren Luftdruck, den klimatischen Verhältnissen, dem Profil der Strecke und anderen ab. Mit einem mitgelieferten Ladegerät soll sich der Akku über einen USB-C-Anschluss innerhalb einer Stunde vollständig aufladen lassen.
Beim Akku fällt auf, wie ausgesprochen schmal er gestaltet wurde. Ziel war es augenscheinlich, ihn ungefähr so breit wie ein gewöhnliches Unterrohr werden zu lassen. Das bringt aerodynamische Vorteile und spart ein paar Watt unterwegs. Fallen die wirklich ins Gewicht? Womöglich nicht. Findet die Zielgruppe den Ansatz passend? Durchaus vorstellbar.
Ungewöhnlich und gleichzeitig ziemlich clever ist die abnehmbare Bedieneinheit des Akkus. Ein Magnet hält sie fest auf dessen Gehäuse. Alternativ könnt ihr sie jedoch abnehmen und mit einem einfachen Gummi kabellos am Lenker befestigen. Die Entscheidung, von wo aus ihr das E-Bike-System bedient, liegt also ganz bei euch. Allein aus praktischen Gründen dürften die meisten wohl die Bedieneinheit am Lenker anbringen.
6. Cyplore ein smartes System
Von Motor und Akku geht jeweils ein Kabel als. Diese kommen an der linken Kettenstrebe zusammen und werden mit einem Stecker verbunden. Zusammen mit der flexibel platzierbaren Bedieneinheit ist das auch schon das gesamte E-Bike-System. Mithilfe von Ant+ könnt ihr es mit entsprechenden Fahrradcomputern verbinden. Daten wie Geschwindigkeit und Trittfrequenz lassen sich direkt wahlweise auf Strava oder Garmin übertragen und teilen.
7. Nicht mit allen Fahrrädern kompatibel
Wie erwähnt, setzt Cyplore zwingend eine Hinterradnabe mit einer Steckachsenaufnahme im Maß 142 Millimeter x 12 Millimeter voraus. Auf den Freilauf der Hinterradnabe passen Kassetten mit HG-Standard, den zum Beispiel Shimano und Sram mit 10-fach und 11-fach-Kassetten bedienen. Kompatibel sind zudem XD- und XDR-Kassetten mit bis zwölf Ritzeln von Sram.
Da Cyplore auf einen eigenen Bremsscheibenrotor setzt, fallen an der Stelle wohl die meisten der sonst verbauten Bremsscheiben heraus. In jedem Umbau-Kit des Herstellers liegt jedoch eine passende Bremsscheibe bei.

8. Umbau-Kit kommt in zwei Versionen
Damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr Cyplore eher als Dauerlösung oder als Wechseloption nutzt, bietet der Hersteller zwei Pakete an – das Cyplore Flex und das Cyplore One. Cyplore Flex enthält Motor, Akku und Bedieneinheit. Die Flexibilität bezieht sich auf die Wahl des Hinterrades. Mit dem separaten Motor könnt ihr zum Beispiel ein schon vorhandenes Hinterrad nutzen. Bei Cyplore One ist der Motor dagegen bereits in einem kompletten Hinterrad mit Carbonfelgen eingespeicht. Auch das ist flexible Lösung. Durch Wechsel des Hinterrades genügen hier ein paar kleine zusätzliche Handgriffe, um einfach zwischen Fahrrad und E-Bike hin und her zu wechseln.
Laut dem Online-Magazin Wattmoves wird Cyplore Flex 599 US-Dollar Kosten. Der Preis für Cyplore One soll bei 779 US-Dollar liegen. Auf seiner Webseite verrät Cyplore jedoch offiziell noch keine Summen. Das dürfte sich schon bald ändern. Noch im Laufe des Arpil 2026 wird Cyplore auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne starten und sein System zum Kauf anbieten.

Bilder: Cyplore; Livall; Blue Sky IP Ltd.; Swytch Technology Ltd










Das ist genau was wir suchen als älteres Ehepaar fallen uns die Berge immer schwerer.
Bitte uns bald einen Händler in München mitteilen.
Vielen Dank
mit freundlichen Grüssen
Fam. Ehrlich
Hallo Familie Ehrlich,
solche speziellen Wünsche können wir leider nicht erfüllen. Schließlich berichten wir nur über bestimmte Dinge, vertreiben in den meisten Fällen diese aber nicht. Am schnellsten kommt ihr aktuell an das Nachrüst-Kit, wenn ihr euch an der Kampagne auf Kickstarter beteiligt. Darüber könnt ihr sie bereits kaufen. Ruft dafür im Internet einfach die Seite von Kickstarter auf und gebt dort in der Suche „Cyplore“ ein. Dann gelangt ihr auf die Kampagnenseite.
Sportliche Grüße, Matthias