Vorderansicht des E-Bikes C4 ST von Cowboy

Neues E-Bike Cowboy C4: Jetzt auch in gemächlich

Da hat aber jemand ganz schön auf die Tube gedrückt. Im Juli 2020 stellte Cowboy die dritte Generation seines gleichnamigen urbanen E-Bikes vor. Rund zehn Monate später präsentiert das Unternehmen nun die vierte Auflage des Puristen für die Stadt. Der Tradition folgend heißt dieser einfach Cowboy C4. Allerdings kommt er nicht allein. Die „Familie“ hat Zuwachs erhalten. Es ist ein Tiefeinsteiger.

Ähnlich nüchtern hat dieser den Namen Cowboy C4 ST erhalten. Das Kürzel ST steht hierbei für „Step through“, englisch für Tiefeinsteiger. Das ist mit Abstand die tiefgreifendste Neuerung mit Blick auf die Modelle für dieses Jahr. Ansonsten hat Cowboy es geruhsam angehen lassen und sich eher auf die Arbeit an ein paar Details konzentriert.

Tiefer geht immer

Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Also schauen wir zunächst auf das Cowboy C4 ST. Und da braucht es nicht lange, um festzustellen: Die Tochter ist quasi der zweieiige Zwilling. Der Schenkelklopfer des Cowgirls drängt sich hier einem förmlich auf. Gleiches massives Sitzrohr, in dem der Akku integriert ist, Gleiches, hochformatiges im Steuerrohr eingelassenes Frontlicht. Gleicher, spärlich besetzter Lenker. Obwohl das Oberrohr zugunsten des bequemen Auf- und Absteigens weggefallen ist, zeigt die Waage 300 Gramm mehr an als beim Modell mit dem Diamantrahmen. An sich hätte die Vermutung nahegelegen, dass es eher etwas leichter ausfallen könnte.

E-Bike C4 ST von Cowboy in der Farbe Sand

Cowboy C4 ST in der Farbe „Sand“

Aber alles halb so wild. Der Tiefeinsteiger soll auch eher diejenigen abholen, die sich dem Zeitgeist zugetan fühlen, eine reduzierte Optik mögen und trotzdem keine großartigen sportlichen Ambitionen pflegen. Zumindest nicht beim Fahrradfahren. Daher hat Cowboy die Sitzposition bewusst aufrecht angelegt. Zusätzlich gibt es hier eine etwas kleinere Übersetzung. Zur Erinnerung: Dieses E-Bike verzichtet auf jegliche Gangschaltung. Ein an einen Drehmomentsensor gekoppeltes Automatikgetriebe verrichtet hier seinen Dienst und regelt das Maß an Unterstützung, das der Motor jeweils leistet. Bis zur bekannten Schallmauer von 25 km/h. Danach seid ihr am Zug. Immerhin 57 Zähne am Kettenblatt und 21 auf dem Ritzel bedeuten dennoch ein Übersetzungsverhältnis von 2,71. Das ist etwas entspannter als die 2,85 am Cowboy C4. Wollt ihr wirklich relaxt unterwegs sein, darf es in beiden Fällen jedoch nicht ernsthaft bergan oder gegen den Wind gehen.

Fixer, aber kürzer

Damit es flotter vorangeht, solange euch der Motor unterstützt, hat Cowboy für mehr Drehmoment gesorgt. Bisher brachte der Antrieb lediglich 30 Newtonmeter. Daraus werden jetzt 45. In der Relation ist das auf alle Fälle beachtlich. Während des Fahrens solltet ihr den Unterschied im Vergleich zum Vorgänger deutlich spüren. Doch Vorsicht, nicht zu früh freuen. Gleichzeitig ist nämlich der Akku mit einer Kapazität von 360 Wattstunden unverändert geblieben. Laut Cowboy soll dies keinen Einfluss auf die Reichweite haben. Die Logik sagt dagegen etwas anderes. Vermutlich kommt ihr nun seltener an die vom Hersteller genannten 70 Kilometer heran.

Klick und los

Optisch fällt das überarbeitete Cockpit mit der integrierten Quadlock-Halterung ins Auge. Mit dem passenden Gegenstück, sprich einer passenden Smartphonehülle, könnt ihr euren digitalen Kommunikator darauf fest verankern. Bei Quadlock handelt es sich um ein US-amerikanisches Pendant zu Fidlock oder SP Connect. Von denen hat es auch den bekannten Nachteil geerbt. Die Hüllen gibt es in erster Linie für Telefone von Apple, Samsung und Huawei. Wer ein weniger namhaftes Gerät nutzt, schaut schnell in die Röhre.

Die weiteren Neuerungen direkt am Bike sind eher kosmetischer Natur:

  • geringer Anstieg des Gesamtgewichtes von 18,2 Kilogramm auf 18,9 Kilogramm (Diamantrahmen)
  • neuer, komplett flacher Lenker mit neuen Griffen
  • Reifenbreite angewachsen von 42 Millimeter auf 47 Millimeter
  • Wechsel bei den hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro auf Sunrace
  • in den Lenker und Vorbau integrierte Bremszüge
  • optimierte Winkel beim Bremsen und Pedale

Motivation und Erleuchtung

Bereits im Januar dieses Jahres hatte Cowboy sein App aufgewertet und mit einer Navigation versehen, die sich nach der Luftqualität richten kann. Daran anknüpfend wurde der Startbildschirm weiterentwickelt. Er informiert euch künftig über das Wetter, die Schadstoffbelastung in der Luft, die verbleibende Akkukapazität, den durchschnittlichen Verbrauch sowie eure bisherigen Fahrten. Außerdem möchte Cowboy euch motivieren. Wer besonders viel fährt und reichlich Kalorien verbraucht, erhält dafür Abzeichen und klettert auf einer entsprechenden Rangliste nach oben.

Mindestens genauso nützlich ist aus unserer Sicht das leicht erweiterte Zubehör. Im Fahrradkarton findet ihr ab sofort STVZO-konforme Batterieleuchten für vorn und hinten. Die muss sich jeder bislang selbst zulegen, der ein Cowboy C3, C2 oder C1 fährt. Warum? Nun, das im Rahmen integrierte Licht genügt nicht den Vorgaben des deutschen Gesetzgebers. Das tut es auch an den beiden neuen Modellen des C4 nicht. Anscheinend haben jedoch genügend Kundinnen und Kunden das angemerkt, weshalb Cowboy diese von sich aus dazulegt. Zur Sicherheitsausstattung gehören fortan weiterhin vier Speichenreflektoren, ein Heckreflektor und eine Klingel.

Auf eigene Rechnung könnt ihr eurem Cowboy auch noch ein paar Extras verpassen. Online im Konfigurator lassen sich die Smartphonehülle für die Quadlock-Halterung, ein Gepäckträger und ein Fahrradständer hinzubuchen.

Vorderansicht des E-Bikes C4 von Cowboy

Auch das Cowboy C4 läuft nur in einer Rahmengröße vom Band. Diese soll sich für Menschen mit einer Köperlänge von 160 bis 190 Zentimeter eignen.

Konstant seinen Preis wert

Die Schutzbleche kosteten lange Zeit ja auch einen Aufpreis. Am C4 und C4 ST sind sie neuerdings vormontiert und inklusive. Der Preis der E-Bikes hat sich erfreulicherweise nicht verändert und liegt weiterhin bei 2.490 Euro. Aber auch mit 100 Euro kommt ihr schon jetzt ein entscheidendes Stück weiter. Für diesen Betrag könnt ihr ein Exemplar auf der Homepage von Cowboy vorbestellen. Ausgeliefert werden soll voraussichtlich ab September.

Kleiner Tipp noch: Mit der Ankündigung der C4-Modelle hat Cowboy den Preis für den Cowboy C3 um 300 Euro gesenkt. Vielleicht ist das ja auch für manche von euch eine Überlegung wert.

Technische Daten des Cowboy C4 und Cowboy C4 ST

  • Rahmen: Aluminium 6061
  • Rahmengröße: 170 bis 195 cm – C4 ST: 160 bis 190 cm
  • Motor: Hinterradnabenmotor, 45 Nm, 250 Watt
  • Akku: 2,4 kg, herausnehmbar, 360 Wh, 10 Ah
  • Reichweite: bis zu 70 km
  • Ladegerät: 100 W
  • Ladedauer: 3,5 Stunden
  • Riemen: Gates Carbon Drive
  • Übersetzung: 60/21 (2,85) – C4 ST: 57/21 (2,71)
  • Reifen: 47 mm, Pannenschutz-Innenbeschichtung
  • Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen
  • Vorderlicht: integriertes LED-Frontlicht, Ein- und Ausschalten per App
  • Rücklicht: integriertes LED-Rücklicht, leuchtet stärker beim Bremsen und Verlangsamen
  • Integriertes Cockpit mit eingebauter Quad-Lock-Halterung
  • App: iOS und Android, digitale Schlüsselverriegelung und -entsperrung
  • Farben: Black, Khaki und Sand
  • Gewicht C4: 18,9 kg – C4 ST: 19,2 kg
  • Garantie: 2 Jahre
  • Preis: 2.490 Euro

 

Bilder: Cowboy SA

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