Motor. E-Bike-Akku. Schaltung. Federungssystem. Generelles Design. Auf diese Dinge schaut ihr sicher, wenn ihr den Wert eines E-Bikes für euch einschätzen möchtet. Zurecht, keine Frage. Gleichzeitig spielen Komponenten eine zunehmend wichtigere Rolle, die ihr von außen nicht sehen könnt. Wie zum Beispiel ein Tracker. Zu den wichtigsten Herstellern dieser Bausteine für das Orten eines E-Bikes und den digitalen Diebstahlschutz auf dem Markt zählt aktuell Comodule. Das Unternehmen aus Estland hat mit dem Astra jetzt erstmals ein Gerät vorgestellt, dessen Akku ein gesamtes Jahr ohne Nachladen auskommen soll.
1. Was ist der Comodule Astra?
2. Wozu dienen Module wie das Comodule Astra?
3. Wie bestimmt der Comodule Astra die Position eines E-Bikes?
4. Wie werden Befehle und Abfragen an das Comodule Astra gesandt?
5. Wie lange hält der Akku des Moduls?
6. Mit welchen E-Bike-Systemen ist das Gerät kompatibel?
7. Kann ich das Modul samt App privat für mein E-Bike kaufen?
8. Wie integrieren E-Bike-Hersteller und andere Anwender die Einheit?
9. Wann wird es erste E-Bikes mit dem Comodule Astra auf dem Markt geben?
1. Was ist der Comodule Astra?
Der Hersteller bezeichnet den Comodule Astra als Konnektivitätslösung. Sie verbindet das E-Bike mit der App und andersherum. Mit ihrer Hilfe können E-Bike-Hersteller einfach nur die jeweils aktuelle Position bestimmen lassen oder noch viel mehr tun. Im zweiten Falle wird aus einem Fahrrad mit Motorunterstützung ein smartes Fahrzeug, bei dem das Modul vollständig im E-Bike-System integriert ist.
2. Wozu dienen Module wie das Comodule Astra?
Betrachtet einen Tracker wie diesen vielleicht als eine vertrauensbildende Maßnahme. Vertrauen in die Aussicht, dass:
- euer E-Bike sicher in euerem Besitz bleibt oder
- im Falle eines Diebstahls die Polizei das E-Bike entweder zu euch zurückbringt oder
- die Versicherung eine möglichst große Summe an euch als Entschädigung auszahlt.
Mit dem Comodule Astra erhöht sich der Diebstahlschutz nachweislich. Dank eines solchen Gerätes lassen sich der Standort eines E-Bikes jederzeit live ermitteln sowie sein Status und entsprechende smarte Funktionen des Fahrrads über die App abrufen. Versuchen Kriminelle das E-Bike zu stehlen, kann eine durch einen Bewegungsalarm ausgelöste intelligente Sperre den E-Bike-Motor deaktivieren. Zudem ertönt ein akustischer Alarm und ihr erhaltet eine entsprechende Nachricht über die App. Da der Tracker das E-Bike mit genauen Koordinaten lokalisiert, gelangen ermittelnde Behörden oder entsprechend geschulte Dienstleister in die Lage, umgehend die Suche nach dem Diebesgut zu starten.
Außerdem profitiert ihr bei mehreren Fahrradversicherungen von verbesserten Leistungen und höheren Entschädigungssummen, wenn ihr nachweislich euer E-Bike mit einer solchen Lösung schützt.

3. Wie bestimmt der Comodule Astra die Position eines E-Bikes?
Zur Ermittlung des Standortes eines E-Bikes registriert die Komponente in der Nähe befindliche WLAN‑Netzwerke. Eine solche Wifi-Locate-Ortung wird auch WLAN-basierte Ortung oder Wifi‑Location Tracking genannt. Sie wertet Informationen wie die Signalstärke und die Verfügbarkeit umliegender WLAN‑Netzwerke, sogenannter Access Points, aus und bestimmt auf dieser Grundlage die Position des mit dem Tracker ausgestatteten Objektes. Im Falle von Comodule soll dies mit einer Genauigkeit von bis zu 2,5 Meter geschehen.
Vorteil dieser Methode der Positionsbestimmung: Befindet sich das gestohlene E-Bike in einem dicht besiedelten Gebiet und dort innerhalb eines Gebäudes, sendet der Tracker dennoch zuverlässig Standortdaten. Lösungen, die auf die Ortung mithilfe von satellitenbasierten Systemen wie GPS, GLONASS, Galileo und BeiDo setzen – sogenannte GNSS-Systeme – haben erfahrungsgemäß in genau einem solchen Umfeld Probleme und arbeiten weniger präzise und zuverlässig.
Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch, dass Astra gegenüber GNSS-Systemen im Nachteil ist, sobald das E-Bike in ländlichen Gebieten oder an abgelegenen Orten lokalisiert werden soll. Dort fehlen dann WLAN Access Points zur metergenauen Ortsbestimmung.
4. Wie werden Befehle und Abfragen an das Comodule Astra gesandt?
Das Senden und Empfangen von Daten basiert beim Comodule Astra auf der Cat-1bis-Mobilfunktechnologie. Comodule sieht darin einen zukunftssicheren Standard, der mit der Weiterentwicklung der Netzwerke Schritt halten kann. bietet Cat-1bis schnellere Reaktionszeiten und zuverlässigere Konnektivität als andere Lösungen, mit denen der Hersteller bisher gearbeitet hat. So sollen Befehle das E-Bike in dem Moment erreichen, in dem sie gesendet werden.
Im Gegensatz zu anderen Technologien benötigt Cat-1bis lediglich eine Antenne anstatt zweier. Dadurch kann die Komponenten entsprechend klein gestaltet werden. Der Datenaustausch erreicht dennoch Datenraten von zehn Megabit pro Sekunde im Downlink und fünf Megabit pro Sekunde im Uplink, eine Bandbreite von 20 Megaherz und eine Latenzzeit von weniger als 10 Millisekunden. Wie leistungsstark genau der Tracker von Comodule ist, können wir nicht sagen. Vom Potenzial her liegt das aber weit über dem, was sich zum Beispiel mit Narrow-Band IoT umsetzen lässt – mit der Technologie also, mit der zum Beispiel der Powunity Biketrax arbeitet. Allerdings fällt dort der Stromverbrauch geringer aus.
5. Wie lange hält der Akku des Moduls?
Von außen betrachtet nutzt Comodule passende Technologien, damit der Tracker die Position des E-Bikes exakt und zuverlässig ermittelt. Bleibt nur noch die spannende Frage nach der Akkulaufzeit. Je länger der Tracker Positionsdaten senden kann, je mehr Zeit gibt es für die Wiederbeschaffung und umso besser sind eure Chancen, das E-Bike zurückzubekommen. Comodule verspricht für den Astra eine Akkulaufzeit im Standby-Modus von maximal einem Jahr. Laut Hersteller sei dies etwa sechsmal länger als aktuell auf dem Markt üblich.
Abgesehen von dieser Angabe bleiben jedoch ein paar Fragen offen. Etwa, wie lange Astra im aktiven Modus den Standort übermitteln kann? Oder wann genau der Übergang in den Ruhemodus erfolgt? Dazu gibt Comodule leider keine Informationen preis.
6. Mit welchen E-Bike-Systemen ist das Gerät kompatibel?
Bezogen auf die Kompatibilität spricht der Hersteller von „den meisten Antriebseinheiten“, mit denen Astra kompatibel sei. Namen, eine Anzahl oder gar einen Prozentsatz erwähnt er jedoch nicht. Daher bleibt es unklar, bei wie vielen E-Bike-Systemen sich diese Lösung integrieren ließe.
7. Kann ich das Modul samt App privat für mein E-Bike kaufen?
Nein, aktuell vertreibt Comodule seine Lösung ausschließlich direkt an E-Bike-Hersteller. Wer gerne einen elektronischen Diebstahlschutz des Herstellers nutzen möchte, braucht zwangsläufig ein E-Bike einer Marke, die dessen System integriert hat. Marken, auf die dies zutrifft, sind zum Beispiel Kalkhoff, Super73, Ego Movement, Urban Arrow und Voltaire. Zudem stammt ein Teil der Hardware von Riese & Müllers RX Connect von Comodule.

8. Wie integrieren E-Bike-Hersteller und andere Anwender die Einheit?
Bei der Integration des Moduls kann es große Unterschiede geben. Grund dafür sind die Vielzahl seiner Funktionen. Ein Hersteller möchte nur weniger davon an dem entsprechenden E-Bike umsetzen. Ein anderer Hersteller möchte es vollumfänglich inklusive einer dazugehörigen Software-Suite nutzen. Auch die App kann wahlweise von Comodule stammen oder der E-Bike-Hersteller selbst mitbringen. Die potenziell komplexeste Umsetzung ist vermutlich die für Anbieter von Leihfahrrädern, die alle E-Bikes einer Flotte vernetzten, verwalten und überwachen wollen.
9. Wann wird es erste E-Bikes mit dem Comodule Astra auf dem Markt geben?
Seit dem Sommer 2026 wirbt Comodule nach eigener Aussage bei E-Bike-Marken für Astra. Dafür lädt der der Hersteller Marken zu entsprechenden Demonstrationen ein. Die Produktion des Moduls soll demnach 2027beginnen. Tritt dies so ein, könnten E-Bikes frühestens zur Saison 2028 mit dem System ausgestattet sein.
Bilder: Comodule OÜ



Super Sache , wenn es hinhaut!
Hätte mir beim Diebstahl meiner beiden Haibikes sehr geholfen!
Hoffe, System gibt es bald für alle Räder zum Nachrüsten!