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Bosch überrascht bei E-Bike Neuheiten für 2027 mit erstem Nabenmotor Hub Line

E-Bike-Neuheiten von Bosch für E-Bikes mit Bosch Smart System zur Saison 2027

Bei einem alteingesessenen Akteur in der E-Bike-Branche wie Bosch vermutet man, er hätte alles gesehen und erlebt. Aber weit gefehlt. Zwar ist der Hersteller seit 2010 auf dem Markt. Aber zur Saison 2027 begibt er sich auf ein Gebiet, was für ihn absolutes Neuland bedeutet. Bosch fertigt künftig einen Hinterradnabenmotor. Und rund um den neuen Bosch Hub Line versammeln sich weitere Neuheiten, die ihr vor allem an kommenden urbanen E-Bikes sehen werdet.

1. Premierenmotor am Hinterrad – Bosch Hub Line (BDU306Y)
2. Bosch Active Line Plus (BDU344Y) ab sofort leichter und kräftiger
3. PowerTube 360 neuer schlanker Intube-Akku von Bosch
4. Größere Auswahl bei reichweitenstarken Akkus dank Bosch Powertube 720
5. Neue Bosch LED Controller löst künftig LED Remote ab
6. Display Bosch Intuvia 200: Besser ablesbar, aber nicht mehr mobil
7. Bosch bringt zur Saison 2027 Rahmenmontage für das ConnectModule
8. Alle E-Bike-Neuheiten von Bosch für 2027 im Video

1. Premierenmotor am Hinterrad – Bosch Hub Line (BDU306Y)

Bosch und Mittelmotoren – das gehörte bisher zusammen wie Uphill und Flow. Erst vor wenigen Wochen erhielten große Teile des Motorensortiments durch das Performance Upgrade 2.0 eine massive Erhöhung ihres technischen Leistungsvermögens. Nun erscheint mit dem allerersten Nabenmotor des Herstellers ein System, das vermutlich wenige von euch haben kommen sehen. „Mit unseren Neuheiten rund um die Hub Line läuten wir eine neue Ära urbaner E-Bikes ein. Sie sind nicht nur leicht, agil und begeistern mit einer klaren und modernen Designsprache, sondern revolutionieren auch das Fahrerlebnis in der Stadt“, sagt Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems.

Ok. Wie viel Revolutionäres steckt also in dem Hinterradnabenmotor? Ein moderner Nabenmotor soll unter anderem möglichst kompakt und leicht ausfallen. Diesbezüglich liefert der Hub Line schon einmal gute Argumente. In ein schwarzes Aluminium-Gehäuse gekleidet misst er laut Hersteller 100 Millimeter im Durchmesser. Sein Gewicht wird mit ungefähr 2,3 Kilogramm angegeben. Im ersten Moment klingt das etwas schwer. Das Gewicht für ein Mahle X20 beläuft sich auf nur 1,4 Kilogramm. Allerdings klammert Mahle bei der Angabe den Freilauf aus. Daher hinkt der Vergleich an der Stelle ein wenig. Dennoch kommt Bosch hier wohl nicht ganz an den Mitbewerber heran.

Zur Saison 2027 vorgestellter Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line
Neuer Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line

Auf breite Zielgruppe ausgerichtet

Beim Blick auf Leistung und Drehmoment dreht sich jedoch dieses Bild. Mit Werten von bis zu 400 Watt in der Spitze und einem Drehmoment von maximal 45 Newtonmeter distanziert der Hub Line den X20 deutlich. Der erreicht hier lediglich 275 Watt und 27 Newtonmeter. Grund für den Unterschied dürfte eine unterschiedliche Ausrichtung sein. Mahle verfolgt einen sehr sportlichen Ansatz und möchte die Unterstützung relativ geringhalten. Das soll entsprechend fitte Interessenten bei E-Rennrädern und E-Gravelbikes anlocken. Bosch hingegen hat sich klar den urbanen E-Bikes verschrieben. Hier ist die Zielgruppe wesentlich heterogener und möchte gern auch spürbar vom Motor angeschoben werden.

Formel bei Fahrmodi lautet vier aus sieben

Das Fahrerlebnis mit dem neuen Hub Line erwarten wir auf dem hohen Niveau, für das Bosch seit Jahren bekannt ist. Dier Voraussetzungen dafür scheinen gegeben. Zum Motorsystem gehören zwei Sensoren. Beim ersten handelt es sich um den Trittfrequenzsensor. Montiert am Tretlager erfasst er die Kadenz mithilfe einer an der Kurbel integrierten Scheibe. Als zweiter Sensor kommt ein Lagesensor zum Einsatz. Dieser befindet sich in der Steuereinheit, die im Rahmen versteckt ist. Ihn werdet ihr voraussichtlich also kaum zu Gesicht bekommen.

Dank der beiden Sensoren erkennt er Motor, wie schnell ihrer tretet und ob ihr mit dem E-Bike gerade bergauf, bergab oder auf ebener Strecke fahrt. Auf Grundlage dieser Informationen passt er seine Unterstützung an. Steuern könnt ihr dies wie gewohnt selbst mithilfe der verschiedenen Fahrmodi. E-Bike-Hersteller können bei ihren jeweiligen E-Bikes aus folgenden sieben Unterstützungsstufen auswählen:

  • Auto
  • Eco
  • Limit
  • Sport
  • Sprint
  • Tour
  • Turbo

Vier davon können es später in der Praxis werden – plus den obligatorischen Off-Modus. Aus der Rechnung fallen die spezifischen Fahrmodi Cargo und Race heraus. Diese sind zwingend an den Bosch Cargo Line beziehungsweise den Bosch Performance Line CX-R geknüpft. Daneben lassen sich auch die automatischen Fahrmodi eMTB, eMTB+, Eco+ und Tour+ nicht umsetzen. Für sie bräuchte der Motor einen Drehmomentsensor.

Jederzeit möglich wird jedoch die Kombination mit der elektronischen Kettenschaltung und der eShift-Funktion von Bosch. Wie gewohnt könnt ihr dabei wahlweise manuell schalten oder das eben der Automatik überlassen.

E-Bike von Canyon mit zur Saison 2027 vorgestelltem Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line
Leichte urbane E-Bikes wie das Modell von Canyon zeigen, in welches Segment Bosch künftig stärker vordringen möchte.

Stecker am Rahmen statt Schnittstelle an der Nabe

Bei der Integration am E-Bike hat Bosch versucht, eine möglichst simple Lösung zu finden. Sie soll euch zum Beispiel den Ein- und Ausbau des Hinterrades erleichtern, falls etwa mal ein Reifen gewechselt werden müssen. Letztendlich fiel die Entscheidung auf einen Konnektor, den Bosch als Kabel an der Kettenstrebe auf die Nichtantriebsseite verlegt hat. Vor dem Ausbau des Hinterrades zieht ihr den Stecker heraus und könnt anschließend das Laufrad wie gewohnt herausnehmen. Die Umsetzung von Mahle mit dem Konnektor direkt an der Nabe des X20 wirkt aus unserer Sicht eleganter. Eventuell senkt die einfachere Konstruktion am Ende ein wenig den Verkaufspreis des Hub Line.

Steckverbindung des zur Saison 2027 vorgestellten Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line
Zum Anschluss des Bosch Hub Line am E-Bike-System dient eine Steckverbindung außen am Rahmen.
Steckverbindung des zur Saison 2027 vorgestellten Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line
Bosch nutzt einen herkömmlichen HMI-Stecker.

Richtig smart aber bei der Reichweite begrenzt

Großer Vorteil der Neuheit ist die Tatsache, dass sie Teil einer Systemumgebung wird, die derzeit wohl immer noch als Nonplusultra unter den E-Bike-Systemen gilt. Sich einordnend in das Smart System öffnet sich dem Bosch Hub Line sofort der Zugang sowohl zur meisten Hardware als auch zu den meisten digitalen Funktionen, die das E-Bike-System kennt. Von eBike Lock, über Battery Lock und eBike Alarm bis hin zum E-Bike als gestohlen melden und was es da noch alles gibt – das gehört alles zum Paket dazu. Zusammen mit einer der fortschrittlichsten Apps auf dem Markt, bei denen Over-the-air-Updates seit geraumer Zeit als Standard gesetzt sind. Das sucht zugegebenermaßen seinesgleichen.

Einen Wermutstropfen haben wir beim neuen Nabenmotor dennoch ausgemacht. Der betrifft die Kombination mit den Akkus. Diese ist beschränkt auf die Energiespeicher, die über eine Kapazität von maximal 600 Wattstunden verfügen. Konkret bedeutet das: Mit den PowerPacks für die Installation am Unterrohr, mit denen für die Installation am Gepäckträger und den PowerTubes kommen insgesamt neun Optionen infrage. Deren Bandbreite liegt zwischen 400 Wattstunden und 600 Wattstunden.

Bosch + Universal Transmissions = Überraschung

Neben diesen allein auf den Hub Line bezogen Fakten gibt es eine zusätzliche Neuheit, die direkt mit dem Motor zusammenhängt, sich aber nicht allein auf ihn beschränkt. Die Rede ist von einem Kooperationsprojekt, bei dem Bosch mit Universal Transmissions zusammengearbeitet hat. Beide haben an einer Schaltlösung mitgewirkt, die ein Zwei-Gang-Getriebe mit dem Nabenmotor kombiniert. Mit seiner neuen Marke UTgear zeichnet hier Universal Transmissions für das eigentliche Getriebe verantwortlich. Das UTgear H2 lässt sich Gangschaltung mit zwei Übersetzungen direkt auf dem Freilaufkörper montieren, den auch der Nabenmotor nutzt. Das Ergebnis ist dann ein E-Bike mit einem Nabenmotor und einer 2-Gang-Schalttung. Als Übersetzungen für die beiden Gänge wurden 1,0 und 1,4 gewählt.

Prototyp eines Hinterradnabenmotors Bosch Hub Line mit integrierter 2-Gang-Schaltung
Auf seiner Pressekonferenz zeigte Bosch bereits den Hub Line zusammen mit einer UTgear H2. Inzwischen ist klar, dass die Schaltlösung in die Serienproduktion geht.

Bosch hat das Projekt unterstützt und sich gemeinsam mit UTgear auf einen Shimano HG als bislang einzig kompatiblen Freilaufkörper geeignet. Die Kombination aus Bosch Hub Line und UTgear H2 ist somit diejenige, die von vornherein problemlos funktioniert. Für UTgear hat die Lösung den Vorteil, dass natürlich auch Lösungen zusammen mit anderen Hinterradnabenmotoren passend können. Vorausgesetzt, diese sind mit dem genannten Freilauf kompatibel.

Getriebe UTgear H2 in der Ansicht von vorn rechts
Unter dem Gehäuse verbirgt sich das Planetengetriebe des UTgear H2.

Mit Vello, Kalkhoff und Kreidler gibt es bereits erste Marke, die das System einsetzen.

Bosch Hub Line BDU306Y im Überblick

  • Dauernennleistung: 250 Watt
  • Spitzenleistung: bis 400 Watt
  • Unterstützung bis: 25 km/h
  • Drehmoment: maximal 45 Nm
  • Varianten: Kettenschaltung
  • Gewicht: ca. 2,3 kg
Zur Saison 2027 vorgestellter Hinterradnabenmotor Bosch Hub Line
In dem schwarz gepulverten Gehäuse wirkt der neue Motor sehr edel.

2. Bosch Active Line Plus (BDU344Y) ab sofort leichter und kräftiger

Während uns mit dem Hub Line ein völlig neues Gesicht begegnet, steigt ein anderer Motor zum vollwertigen Mitglied im Bosch Smart System auf. Gemeint ist der Bosch Active Line Plus. Der Hersteller hatte ihn bereits zur Saison 2024 in die neue Motorengeneration integriert. Nun erhält er jedoch verschiedene Komponenten, die bereits bei anderen Motoren Anwendung finden und ihn in der jetzt vorgestellten überarbeiteten Version deutlich aufwerten.

Neu am Active Line Plus ist zum Beispiel die Zweipunkt-Aufnahme für den Motor. Diese vereint alle aktuellen Aggregate. Sie sorgt dafür, dass E-Bike-Hersteller an den Rahmen mit einem einheitlichen Standard arbeiten können, an dem sich jeder beliebige Bosch-Motor befestigen lässt.

Zur Saison 2027 überarbeiteter Motor Bosch Active Line Plus für E-Bikes mit Bosch Smart System
Überarbeiteter Bosch Active Line Plus

Clevere Zweitverwertung bewährter Technik

Von Motoren wie dem Bosch Performance Line und dem Bosch Performance Line PX erhält der Active Line Plus das dort genutzte zweistufige Getriebe. Neben dem mechanischen Plus bedeutet das ein kompakteres Gehäuse. Bosch beziffert den Gewinn auf 17 Prozent, um die das Volumen schrumpfen konnte. Darüber hinaus werden die Kettenblattaufnahme und die ISIS-Achse übernommen, die beispielsweise beim Bosch Perfomance Line CX zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für Dichtungen und Lager.

In der Summe sinkt das Gewicht des Mittelmotors um ungefähr 500 Gramm auf jetzt rund 2,7 Kilogramm. Gleichzeitig stiegt das Drehmoment um zehn Newtonmeter auf das neue Maximum von 60 Newtonmeter. Dauernennleistung, Spitzenleistung und Unterstützung bleiben dagegen unverändert.

Wichtig im Zusammenhang mit City-E-Bikes ist der Umstand, dass sich der verbesserte Active Line Plus weiterhin mit einer Rücktrittbremse kombinieren lässt. In den Märkten bestimmter Regionen wie Norddeutschland oder Teilen Dänemarks erfreut sich diese Bremse immer noch großer Beliebtheit. Da kann es auch nicht schaden, dass der Motor jetzt zudem die eShift-Funktion unterstützt.

Bosch Active Line Plus BDU344Y im Überblick

  • Dauernennleistung: 250 Watt
  • Spitzenleistung: bis 600 Watt
  • Unterstützung bis: 25 km/h
  • Drehmoment: maximal 60 Nm
  • Max. Unterstützung: 340 %
  • Varianten: Naben- und Kettenschaltung
  • Gewicht: ca. 2,7 kg
Zur Saison 2027 überarbeiteter Motor Bosch Active Line Plus für E-Bikes mit Bosch Smart System
Mit einem höheren Drehmoment und geringerem Gewicht ist der zur Saison 2027 überarbeitete Mittelmotor so gut wie nie.

3. PowerTube 360 neuer schlanker Intube-Akku von Bosch

Im Zitat zu Beginn des Beitrages sprach Claus Fleischer von einem agilen Fahrerlebnis. Wie spritzig sich ein E-Bike beim Fahren anfühlt, hängt unter anderem davon ab, wie schwer es ist. Das geringe Gewicht des Bosch Hub Line zielt darauf ab. Allein wird es das Gesamtgewicht des Fahrrades aber nicht auf Werte um 18, 19 Kilogramm bringen. Zusammen mit einem leichten E-Bike-Akku stehen die Chancen dafür schon deutlich besser.

Mit dem CompactTube 400 hat Bosch im Grunde einen passenden Kandidaten bereits im Sortiment. Offensichtlich war das aber nicht genug. Der neue Bosch PowerTube 360 ist mit rund 2,1 Kilogramm fast genauso leicht, nimmt im Unterrohr aber weniger Platz ein. Mit einer Diagonalen von rund 85 Millimeter fällt er so schlank aus, wie kein anderer Intube-Akku des Herstellers. Das erleichtert es den E-Bike-Herstellern gleichfalls schlanke Rahmen zu entwerfen.

Zur Saison 2027 vorgestellter E-Bike-Akku Bosch PowerTube 360
Neuer Akku Bosch PowerTube 360

Leicht und kürzer oder schwerer und weiter?

Auf Grundlage der Kapazität von 360 Wattstunden verspricht Bosch Reichweiten von mehr als 80 Kilometer mit dem PowerTube 360. Beim Pendeln in der Stadt ist das eine Größe, mit der sicher einige von euch etwas anfangen können. Andere hören vielleicht gern, dass der Akku sich dank der DualBattery-Option mit weiteren Akkus am E-Bike kombinieren lässt. Soll das E-Bike trotzdem nicht zu schwer werden, bietet sich als erster Kandidat dafür der Bosch PowerMore 250 an.

Vom kleinsten Intube-Akku stellt Bosch nur eine Version her. Demnach entfällt ein Unterscheiden zwischen horizontal oder vertikal. Allerdings können E-Bike-Hersteller ihn sowohl als herausnehmbare Variante als auch als fest integrierte verbauen.

Für eine komplette Ladung mit einem 4A-Ladegerät könnt ihr mit etwas mehr als drei Stunden rechnen.

Bosch PowerTube 360 im Überblick

  • Kapazität: 360 Wattstunden
  • Gewicht: 2,1 Kilogramm
  • Abmessungen: 423 mm x 63 mm x 58 mm
  • Kompatibel mit DualBattery: ja
Zur Saison 2027 vorgestellter E-Bike-Akku Bosch PowerTube 360

4. Größere Auswahl bei reichweitenstarken Akkus dank Bosch Powertube 720

Bei welchem E-Bike oder zu welchem Preis die Hersteller zum neuen Bosch PowerTube 720 greifen, statt sich für einen Bosch PowerTube 600 oder PowerTube 800 zu entscheiden, können wir nicht voraussagen. Feststeht lediglich, dass sie diese Wahl aber der Saison 2027 haben werden. Boschs zweiter neuer Akku reiht sich mit seiner Kapazität von 720 Wattstunden genau zwischen diesen beiden ein. Ja, den PowerTube 750 gibt es auch noch. Allerdings ist dessen Gehäuse deutlich länger als das der anderen zwei. Und der 720er Akku folgt genau diesen. Zusammenmit dem neuen Bosch PowerTube 360. Und dem PowerTube 540. Damit gibt es nun fünf PowerTube-Akkus mit identischer Länge. Ihr erkennt, worauf das hinausläuft? Genau. Da Länge und Halterungen identisch sind, könnt ihr sie bequem untereinander tauschen. Vorausgesetzt, der E-Bike-Hersteller hat den Rahmen dafür entsprechend vorbereitet.

Zur Saison 2027 vorgestellter E-Bike-Akku Bosch PowerTube 720
Neuer Akku Bosch PowerTube 720

Sein Gewicht von 3,9 Kilogramm lässt darauf schließen, dass Bosch bei dem PowerTube 720 auf andere Zellen zurückgreift als beim PowerTube 800. Letzterer wiegt nämlich genauso viel. Folglich muss es Unterschiede im Inneren geben. Gemeinsam ist beiden, dass sie herausnehmbar und fest integrierbar sind und als horizontale oder vertikale Version verbaut werden.

Mit einer geschätzten Reichweite von maximal 185 Kilometer ist der PowerTube 720 im Vergleich zum PowerTube 360 eine ganz andere Nummer. Das schlägt sich verständlicherweise in einer längeren Ladedauer nieder. Rund sechs Stunden dauert ein kompletter Ladevorgang mit einem 4A-Ladegerät.

Bosch PowerTube 720 im Überblick

  • Kapazität: 720 Wattstunden
  • Gewicht: 3,9 Kilogramm
  • Abmessungen: 424 mm x 77 mm x 71 mm
  • Kompatibel mit DualBattery: ja
Zur Saison 2027 vorgestellter E-Bike-Akku Bosch PowerTube 720

5. Neue Bosch LED Controller löst künftig LED Remote ab

Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Neuheiten eignet sich die nächste für alle denkbaren E-Bikes mit einem Bosch-Antrieb. Eine neue Bedieneinheit ersetzt ab dem Modelljahr 2027 die LED Remote. Ihre Nachfolgerin heißt Bosch LED Controller.

Schon auf den ersten Blick wird klar, was sie besser als die LED Remote machen soll. Kleiner und kompakter lautet die Devise. Der Aspekt LED rückt stärker in den Hintergrund. Dafür spielt die leichte Erreichbarkeit aller Tasten eine größere Rolle. Für die ergonomische Gestaltung hat sich Bosch erneut von SQLab beraten lassen. Schon bei der ersten Bedieneinheit für das Smart System hatten beide Unternehmen zusammengearbeitet.

Vertraute Funktionen, neue Anordnung

Entstanden ist jetzt eine Komponente, deren Logik spürbar beim Vorgänger anknüpft. Ihr erkennt einen An-und-Ausschalter oben auf der Stirnseite, wenn ihr so wollt. Die Plus- und Minustasten an der langen euch zugewandten Seite stechen prominenter als früher hervor. Sie bieten die bekannte Doppelbelegung mit dem Aktivieren der E-Bike-Beleuchtung über die Plustaste sowie mit dem Hinzunehmen der Schiebehilfe über die Minustaste. Plus und Minus einfach gedrückt dienen euch zum Wechseln der Unterstützungsstufen.

Zur Saison 2027 vorgestellte Bedieneinheit Bosch LED Controller
Neue Bedieneinheit Bosch LED Controller

Rechts neben der großen Taste mit Plus und Minus hat die Bestätigungstaste mit dem gewohnten Viereck als Symbol ihren neuen Platz gefunden. Darunter sitzt ein neuer Kippschalter. Er übernimmt die Funktionen, die an der LED Remote die nach links und rechts zeigenden Pfeilasten innehatten. Sobald die LED Controller mit einem Display kombiniert wird, könnt ihr mit dem Kippschalter durch die Screens blättern.

Wichtige Farbsignale

Aus der großen LED des Vorgängers ist eine deutlich kleinere geworden. In der Form eines gespiegelten großen L zeigt euch ihre Farbgebung weiterhin den aktuell gewählten Fahrmodus an. Rechts daneben auf einer schräg abfallenden Fläche leuchtet es ebenfalls zwei Mal. Die untere größere LED soll eine Akkuzelle darstellen. Wer ganz genau hinschaut und etwas Phantasie mitbringt, wird das erkennen. Wichtiger als der Umriss ist jedoch die Farbe der LED. Sie informiert euch über die verbleibende Kapazität des E-Bike-Akkus. Das passiert nach folgendem Muster:

  • grün = 100 % bis 50 % geladen
  • gelb = 49 % bis 30 % geladen
  • orange = 29 % bis 10 % geladen
  • rot = 9 % bis 1 % geladen
  • rot blinkt = weniger als 1 % geladen

Und die winzige dreieckige LED über dem Akku-Indikator leuchtet auf, wenn das E-Bike über ein Anti-Block-System verfügt und die Bremsunterstützung aktiv eingreift.

Bedieneinheit wird zur Ladestation

Nach Aussage von Bosch fällt die LED Controller rund 65 Prozent kleiner aus als die LED Remote. Umso erstaunlicher, dass es dem Hersteller gelungen ist, noch ein Feature in ihr unterzubringen, das ihren praktischen Nutzen nachhaltig erhöht. Unter einer kleinen Gummiabdeckung oben auf der rechten Seite verbirgt sich doch tatsächlich ein USB-C-Anschluss. Diesen nutzen Werkstätten, um das E-Bike-System mit dem Diagnose-Tool von Bosch zu verbinden. Ihr jedoch könnt darüber während der Fahrt ein mobiles Gerät laden – Smartphone, Fahrradcomputer, Powerbank, was auch immer. Und das mit einer Ladeleistung von bis zu zehn Watt. Das ist spürbar mehr als beim vertikalen SmartphoneGrip.

USB-C-Schnittstelle an der zur Saison 2027 vorgestellten Bedieneinheit Bosch LED Controller
Beim Verschließen der Abdeckung der USB-C-Schnittstelle ist eure Feinmotorik gefragt.
USB-C-Schnittstelle an der zur Saison 2027 vorgestellten Bedieneinheit Bosch LED Controller
Anschlusskabel lassen sich jedoch bequem einstecken.

Die LED Controller selbst bezieht ihren Strom über den E-Bike-Akku. Gespeichert wird die Energie in einem separaten Akku der Bedieneinheit. Dieser lässt sich tauschen, falls das nach mehreren Jahren mal nötig werden sollte. Die Bedieneinheit kann am E-Bike verbleiben.

Bei der Befestigung am Lenker setzt Bosch fortan auf eine geschlossene Schelle. Falls ihr die LED Controller einmal vom Lenker abnehmen wollt, müsst ihr daher nun den Griff vorher zwingend abbauen.

Zur Saison 2027 vorgestellte Bedieneinheit Bosch LED Controller

6. Display Bosch Intuvia 200: Besser ablesbar, aber nicht mehr mobil

Ein Begleiter der LED Controller könnte zum Beispiel das neue Bosch Intuvia 200 werden. Wie der Name leicht erraten lässt, handelt es bei dem E-Bike-Display um den Nachfolger des Intuvia 100. Trotz größerer Zahl im Namen hat sich sein Bildschirm leicht verkleinert. Die Diagonale ist von 2,5 Zoll auf jetzt 2,4 Zoll gesunken. Auch das Gehäuse kommt künftig kompakter daher.

Zur Saison 2027 vorgestelltes E-Bike-Display Bosch Intuvia 200
Neues Display Bosch Intuvia 200

Die Qualität der Anzeige dürfte darunter nicht leiden. Ganz im Gegenteil. Bosch nutzt eine besondere Form eines TFT-Bildschirms und spricht von einem Graustufen-Display. Auf den in der Pressemitteilung enthaltenen Bildern wirken Zahlen und Buchstaben wesentlich besser ablesbar. Zumal das Display dank eines entsprechenden Sensors seine Helligkeit automatisch den Bedingungen der Umgebung anpasst. Am Intuvia 100 müsst ihr dagegen die Helligkeit händisch innerhalb von fünf Stufen selbst regulieren. Und den gezielt auswählbaren Dark Mode kennt der Vorgänger auch nicht.

Dark Mode beim zur Saison 2027 vorgestellten E-Bike-Display Bosch Intuvia 200
Ähnlich wie einem Notebook oder Smartphone könnt ihr beim Bosch Intuvia 200 einen speziellen Dark Mode einstellen.

Fester Platz am Lenker

Dafür ist ein wenig Umgewöhnung im Umgang mit dem Display angesagt. Das neue Bosch Intuvia 200 lässt sich nicht mehr abnehmen. Stattdessen bilden Display und Halter eine Einheit. Leute, die ihr Display gerade während eines längeren Parkens oder des Abstellens über Nacht im Freien zur Sicherheit gern abnehmen, werden dies bedauern. Da das Display in der eBike Lock-Funktion aber auch nicht als Schlüssel genutzt werden konnte, entsteht zumindest an der Stelle jedoch kein Nachteil.

Zusätzlich verabschiedet sich Bosch vom kabellosen Konzept des Displays. Am Intuvia 200 arbeitet der Hersteller dagegen mit zwei HMI-Kabeln. Eines verbindet es mit der zwingend notwendigen Bedieneinheit, das zweite mit dem E-Bike-Motor. Die entsprechenden Anschlüsse an der Unterseite des Displays zeigen vertikal nach unten und nicht horizontal nach vorn und hinten wie bei der Displayaufnahme für Kiox 300, Kiox 500 und SmartphoneGrip. Das erleichtert vor allem das Einstecken und Herausziehen der Kabel. Weitere Vorteile dieser Lösung sind die Stromversorgung direkt über das E-Bike-System und das Wegfallen der separaten App zum Aufspielen von Updates. Das kann jetzt wie gewohnt über die Bosch eBike Flow App erfolgen.

Anschlüsse der HMI-Kabel am zur Saison 2027 vorgestellten E-Bike-Display Bosch Intuvia 200
Bei diesem Display hat Bosch die Anschlüsse an dessen Unterseite platziert. Dort sind sie auf alle Fälle gut erreichbar.

Display erhält einfache Screens

Auf dem Bildschirm hat Bosch einen Teil der Anzeige fixiert. Im oberen Teil werden auf zwei Zeilen aufgeteilt standardmäßig der Ladestand des Akkus, der aktuelle Fahrmodus, die Uhrzeit und die Geschwindigkeit dargestellt. Nutzt das E-Bike eine elektronische Gangschaltung, wird die Geschwindigkeit durch die Ganganzeige ersetzt.

Links entlang des Hauptbereichs des Bildschirms zeigt ein Balken, mit welcher eigenen Tretleistung ihr das E-Bike-System unterstützt. Der untere Teil ist über die gesamte Breite als Screens definiert. Auf maximal fünf Screens könnt ihr jeweils eine Angabe einblenden lassen. Mehr gibt der begrenzte Platz einfach nicht her. Was ihr dort sehen möchtet, lässt sich direkt am Display auswählen. Ein Griff zur App ist dafür nicht nötig.

Bosch Intuvia 200 im Überblick

  • Bildschirmgröße: Diagonale ca. 2,4”
  • Farbdisplay: nein
  • Abmessungen: ca. 69 mm x 51 mm x 23 mm
  • Gewicht: ca. 40 g
  • Schutz: IP55 geschützt vor Staub und Strahlwasser
  • Helligkeitsregulierung: ja
  • Hinweistöne: nein
  • Navigation: nein
  • Bedienung: per Bedieneinheit

7. Bosch bringt zur Saison 2027 Rahmenmontage für das ConnectModule

Ein letztes kleineres Update betrifft das Bosch ConnectModule. Boschs GPS-Tracker mit einem Modul für den Mobilfunk und integrierten Bewegungssensoren punktet in einer überarbeiteten Version mit zwei entscheidenden Neuerungen. Zum einen können Daten künftig per Bluetooth Low Energy-Technologie übertragen werden. Dadurch erhöht sich die Präzision beim Bestimmen des Standortes des E-Bikes. Bosch verspricht, dass ein E-Bike mit diesem System selbst in Kellern und Hinterhöfen bis auf wenige Meter genau geortet werden könne.

Zur Saison 2027 verbesserter GPS-Tracker Bosch ConnectModule am Fahrradrahmen montiert
So sieht der GPS-Tracker Bosch ConnectModule am Fahrradrahmen montiert aus.

Zum Zweiten gibt es eine Halterung für das neue ConnectModule. Mit dem könnt ihr es außen am E-Bike an den Montagepunkten befestigen, die gewöhnlich für Flaschenhalter und anderes Zubehör angedacht sind. Der Hersteller möchte euch damit das nachträgliche Ergänzen des E-Bike-Systems mit dem GPS-Tracker erleichtern. Bislang liegt der Fokus bei der Montage ausschließlich auf der Integration unter dem Motorcover. Das ist nicht bei jedem E-Bike mit jedem Motor von Bosch möglich. Grundsätzlich fallen der Bosch Performance Line SX und der Bosch Performance Line Speed hier schon einmal raus. Bei E-Bikes mit diesen Motoren musstet ihr bisher kreativ werden und zum Beispiel im Rahmen nach einer passenden Stelle zum Unterbringen der Komponenten suchen. Die neue Halterung stellt eine hilfreiche Alternative dar. Die käme zum Beispiel auch an E-Bikes mit dem neuen Bosch Hub Line zum Tragen.

Zur Saison 2027 verbesserter GPS-Tracker Bosch ConnectModule

8. Alle E-Bike-Neuheiten von Bosch für 2027 im Video

Bilder: Bosch eBike Systems; Elektrofahrrad24 GmbH

2 Gedanken zu „Bosch überrascht bei E-Bike Neuheiten für 2027 mit erstem Nabenmotor Hub Line“

  1. Als leidtragender Bosch-Nutzer muss ich hier einfach reagieren. Diese Fälle spiegeln die aktuellen Herausforderungen der vernetzten Technikwelt wider. Wenn wirtschaftliche Ziele über die Nutzererfahrung gestellt werden, führt das langfristig zu Akzeptanzproblemen. Die Dynamik in der Software- und Hardwareentwicklung lässt sich kaum in starre Finanzzahlen pressen; die realen Anforderungen der Radfahrer überholen die internen Konzernvorgaben. Das Resultat ist bedauerlich: Digitale Barrieren bremsen den mechanischen Fahrspass aus, was zu verständlichem Unmut auf Kundenseite führt.

  2. Die Ansätze sind ordentlich, aber nicht gut. Nach jahrelangen Beklagen der fehlenden richtigen Innovationen kommen veraltete, halbherzige Lösungen.

    Naben Motor: Ein neuer, guter Naben Motor sollte so aufgebaut sein, dass er in möglichst viele Bikes integriert werden kann, warum also Kopplung per Steckerkabel, was dann noch am Rahmen zum Akku läuft, nicht wie bei Mahle direkt über Kettenstreben Aufnahme erfolgt, optisch besser, technisch auch, denn man muss nicht mal einen Stecker ziehen. Hoffentlich ist nicht noch fixe Schrauachse im Naben Motor Dann noch zusätzlicher Sensor am Tretlager, was auch einfacher ginge.

    Akkus: endlich kompakter schlanker Akku, warum nicht grundsätzlich, wenn schon neue Akkus Semi Solid State Akkus, kleiner wesentlich höhere Leistungsdichte, sicherer.

    GPS Modul: Wer kommt nur auf die Idee, den Klotz sichtbar, außen am Rad zu verbauen, wenn man, das smarter / sicherer, direkt im Motor Öko System integrieren kann, wie z.B Avinox.

    Identische zwei Punkte Motoraufnahme; endlich !

    Remote / Displays; in Zeiten wo es zig bessere Lösungen gibt, mit Wiederaufladbare USB C Akkus und ohne zusätzlichen Kabel Salat, warum solch veraltete Dinge.

    Grundsätzlich gelingt es Bosch immer noch nicht die SX Kunden zufrieden zu stellen, denn neues Update ist nur für CX Gen 5. Nicht das der SC mehr Power braucht, aber halt Konnektivität zu Garmin & Co, denn dann könnte bei Bedarf beiläufig dem Garmin Edge angezeigt werden, so wie es SRAM auch hinbekommt.

    Warum hört man nicht mal auf Kunden Eingaben, schaut was der Mitbewerber so kann / macht ?

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