E-Bike Asfalt LR

Asfalt GT2 und Asfalt LR2: Stilistische urbane E-Bikes aufpoliert

Im Moment ist das Leben für Fahrradhersteller kein Zuckerschlecken. Rohstoffe und Anbauteile sind weltweit Mangelware. Folglich klemmt es vielerorts in der Produktion. Wie aber vertröstet man die frustrierte Kundschaft? Die Firma Asfalt versucht es mit positiven Ausblicken als Strategie. Gerade lenkt sie mit der Ankündigung für zwei neue Bikes den Fokus auf die Zeit nach überstandenen Lieferengpässen und Coronapandemie.

Den Blick nach oben gerichtet

So soll noch Ende 2021 das neue Asfalt GT2 auf das Asfalt GT folgen. Und was die Schweizer aus Solothurn ankündigen, klingt auf dem Papier äußerst verheißungsvoll: Pinion-Schaltgetriebe, Gates Carbonriemen, Hinterradnabenmotor von Mahle und 15 Kilogramm an Gesamtgewicht. Edel, edel.
Der Unterschied zum jetzigen Modell fällt doch bemerkenswert aus. Asfalt bewegt sich mit dieser Ausstattung weiter stringent auf Interessierte zu, die neben einer modernen, puristischen Optik auf ausdauernde und sehr hochwertige Komponenten setzen.

E-Bike Asfalt GT

Asfalt GT aus dem Jahre 2018

Gerade der Griff zum Pinion-Getriebe ist für ein urbanes E-Bike heutzutage noch etwas recht Seltenes. Anscheinend hat Asfalt auch vor, mehr Varianten eines Modells anzubieten und sein Sortiment in der Tiefe zu erweitern. Bikes sowohl mit 9- als auch mit 12-Gang-Schaltung sind im Gespräch. Mal sehen, wohin sich in diesem Zuge der Preis entwickelt. Bei der Vorstellung des GT 2018 verlangte Asfalt in der Basisversion nur 1.900 Schweizer Franken. Das wird so vermutlich nicht mehr zu halten sein. Zumal das damalige Fahrrad technisch in einer deutlich bescheideneren Liga spielte. Allein zwischen einer Alivio-Kettenschaltung mit acht Gängen von Shimano und einer Pinion-9-Gang-Schaltung liegen mehrere hundert Euro. Zum Vergleich: Ein Schindelhauer Wilhelm mit einem Pinion C-9-Getriebe kostet rund 3.500 Euro.

Klotzen statt kleckern

Noch ein wenig weiter vorausschauen müsst ihr, wollt ihr die nächste Generation des Asfalt LR am Horizont entdecken. Voraussichtlich rollt das LR2 im Frühling 2022 an. Was Asfalt mit dem großen Bruder des GT2 vorhat, geht aus der aktuellen Mitteilung es Herstellers nicht genau hervor. Etwas schwammig ist lediglich vom „stärksten verfügbaren 48V Antrieb und einer gewaltigen Batteriekapazität“ die Rede.

Immerhin lässt sich vermuten, dass Asfalt an dem bestehenden Konzept der zwei im Rahmen integrierten Akkus festhält. Bisher verfügen die Aggregate von Samsung jeweils über 252 Wattstunden. Beim Antrieb setzt Asfalt bislang auf einen Mittelmotor des chinesischen Produzenten Bofeili Torque Sensing System mit 75 Newtonmetern an Drehmoment. Dazu gibt es die stufenlose Automatikschaltung von Enviolo. Insgesamt also auch ein Konzept mit gewissen Alleinstellungsmerkmalen. Der Vorgänger des Asfalt LR2, das LR, konntet ihr unter anderem 2019 auf der Eurobike sehen. Damals heimste es sofort den Start-Up Winner Award ein.

Für die diesjährigen Premieren hat sich Asfalt die Cycle Week in Zürich ausgesucht. Dort könnt ihr euch vom 4. bis zum 8. August selbst einen Eindruck von den Bikes verschaffen. Da der Hersteller sein Verkaufsgebiet künftig von der Schweiz auf ganz Europa ausdehnen wird, könnte sich die Reise durchaus lohnen.

Hintergrund: David gegen Goliath

Falls jemand von euch die ganze Zeit überlegt, woher ihr oder ihm der Name Asfalt bekannt vorkommt, sei noch einmal kurz an den Herbst vergangenen Jahres erinnert. Im Oktober 2020 tauchten plötzlich E-Bikes von Mercedes Benz auf, deren eigentlicher Hersteller die Firma N+ aus Australien war. Dieses Bikes glichen dem Asfalt LR auf frappierende Weise. Der Vorwurf des Plagiats stand im Raum. Auf Social Media Kanälen von Mercedes Benz und N+ tauchten originale Produktbilder von Asfalt auf – allerdings mit dem eigenen Branding versehen. Einige Wochen nach dem Vorfall ruderten die Schweizer jedoch zurück. Vor allem in Richtung Mercedes Benz entschuldigte man sich nachdrücklich. Mehrere Medien spekulierten, dass Asfalt gegen die Zahlung einer gewissen Geldsumme die Vorwürfe freiwillig zurückgezogen hätte.

 

Bilder: Asfalt AG; N Plus Holdings Pty Ltd trading

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