Womit würdet ihr lieber fahren – mit einem E-Bike oder einem Kunstwerk? Der estnische Hersteller Ampler möchte euch gern beides schmackhaft machen. Dafür zieht er Parallelen zwischen seinem neuesten Modell – dem grundlegend überarbeiteten Ampler Curt – und ein paar mehr oder weniger zeitgenössischen Kunstgegenständen, die den Übergang in das Alltagsleben geschafft haben. Zum Glück stirbt das neue Ampler Curt nicht in Schönheit, sondern wartet mit schnöden praktischen Details auf.
1. Gut inszeniert ist schon halb überzeugt
2. Neues Ampler Curt bleibt leicht und wird vielseitiger
3. Ladegerät und Ladekabel schon im Haushalt
4. Antrieb beim Ampler Curt auf bekanntem Niveau
1. Gut inszeniert ist schon halb überzeugt
Keine Produktvorstellung heute mehr ohne Video! In dem kurzen Clip von Ampler kann man immerhin einiges dazulernen. Zumindest diejenigen, die ein gewisses Interesse für moderne Kunst mitbringen, sich auf dem Gebiet aber dennoch kaum auskennen. Der Autor dieses Beitrags gehört dieser Gruppe an Menschen. Na ja, je nach Tagesform. 😉
Jedenfalls hat er so erfahren, dass der italienische Architekt und Industriedesigner Ludovico Magistretti etliche schicke Tischlampen entworfen hat. Oder dass die freischwingenden Stühle, die einem gern als Plastikmobiliar in Museen begegnen, in direkter Verbindung mit dem dänischen Architekten Verner Panton stehen. Auch der Name Anna Castelli Ferrieri war ihm neu. Erst recht der aus ihrer Feder stammende kleine runde Schrank namens Componibili. Auch der in der Designfabrik Alessi gefertigte Wasserkessel aus Edelstahl und die Vase des österreichischen Architekten und Designers Ettore Sottsass hatte er nie zuvor gesehen. Daher noch einmal vielen Dank an Ampler für diesen komprimierten Streifzug durch den europäischen modernistischen Minimalismus des vergangenen Jahrhunderts.
Dieser Reihe an Beispielen für zeitloses Design möchte Ampler augenscheinlich auch sein neues Curt hinzufügen. Und Ansätze wie einen minimalistischen Look oder klare Linien kann man dem E-Bike leicht bescheinigen. Als Art Director, als welcher der Autor dieses Beitrages eine glatte Fehelbesetzung wäre, hätte er in dem Produktfilm jedoch auf den pflichtbewusst installierten Rückstrahler an der Sattelstütze verzichtet. Der ruiniert irgendwie das Bild. Zumal das Ampler Curt mit den in der Sattelstütze eingelassen LEDs von Lightskin ein stylisches Rücklicht besitzt.
2. Neues Ampler Curt bleibt leicht und wird vielseitiger
Seit der Vorstellung der ersten Generation des Curt zur Saison 2018 wollte dieses Modell das sportlichste in der Palette des Herstellers sein. Dieser Geist wohnt auch dem Curt 2025 inne. Er zeigt sich in einer eher gestreckten Sitzposition, der nur an diesem E-Bike verbauten Gabel aus Carbon und einem Gewicht von rund 14 Kilogramm. Im Vergleich zum Ampler Nova spart ihr damit rund 2,5 Kilogramm. Allerdings gibt’s am Nova dafür eine Kettenschaltung mit neun Gängen, Schutzbleche, einen Gepäckträger und einen Seitenständer. Beim Rahmen setzen sowohl Curt als auch Nova auf einen doppelt konifizierten Aluminiumrahmen der Legierung 6061.

Offensichtlich möchte Ampler mit dem Curt nun eine größere Zielgruppe ansprechen. Deshalb gibt es erstmals überhaupt von diesem Modell eine Version mit einer kompletten straßentauglichen Ausstattung, sprich den eben bereits erwähnten Schutzblechen, Gepäckträger und Seitenständer. In dieser Option heißt das Ampler Curt dann Ampler Curt Equipped und kostet 200 Euro mehr. Die Version ohne dieses Zubehör nennt sich Blank.
Damit der Neuerungen nicht genug. Unabhängig von der Entscheidung für Blank oder Equipped könnte ihr zudem zwischen dem für den Curt typischen Singlespeed mit Riemenantrieb und einer Kettenschaltung Shimano Deore mit elf Gängen wählen. Das erstaunliche dabei: Das Upgrade von Singlespeed auf die Gangschaltung kostet keinen Aufpreis.
3. Ladegerät und Ladekabel schon im Haushalt
Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen dem Ampler Curt für die Saison 2026 und seinem Vorgänger ist die neue USB-C-Ladebuchse. Die hatte Ampler im April 2025 zusammen mit dem Nova und Nova Pro präsentiert. Nun erscheint das Feature auch am Curt. Als eine der ersten E-Bikes weltweit auf dem Markt nutzen die genannten Modelle diese Technologie. Sie ermöglicht es, mit einem herkömmlichen USB-C-Kabel den fest im Rahmen integrierten Akku des E-Bikes aufzuladen. Dazu braucht es nicht einmal ein neues Ladegerät. Allerdings seid ihr mit einem schneller, das eine Schnellladefunktion mit 140 Watt mitbringt. Das lädt den Akku innerhalb von 2,5 Stunden von null auf 100 Prozent auf. Und wer seinen Laptop, das Smartphone, den Lautsprecher oder andere mobile Geräte an das E-Bike anschließt, kann es als Powerbank „missbrauchen“.
Darüber hinaus hat Ampler nach eigener Aussage die elektronische Hardware des E-Bike-Systems verbessert. Ganz speziell wird ein ABC-Modul, welches Ampler komplett inhouse entwickelt. Es vereint Bluetooth-Funktion, GPS-Sensor und Mobilfunkverbindung sowie smarte Diagnostik.
4. Antrieb beim Ampler Curt auf bekanntem Niveau
Bei Motor, Akku und Display handelt es sich dagegen um den technischen Stand, der am Ampler Nova und Ampler Nova Pro verbaut ist. Der in der Hinterradnabe befindliche Motor leistet im Dauerbetrieb 250 Watt. Unter größeren Belastungen kann die Leistung in der Spitze auf 400 Watt hochschnellen. Mit 45 Newtonmeter erreicht der Antrieb bezogen auf das Drehmoment einen richtig guten Standard. Der Akku bleibt auf die bekannte Kapazität von 336 Wattstunden begrenzt. Im besten Falle reicht für eine Unterstützung durch den Motor für 100 Kilometer.
Unter dem Strich hinterlässt das neue Ampler Curt einen guten Eindruck. Die technische Weiterentwicklung zusammen mit den neuen Ausstattungsoptionen stehen ihm gut zu Gesicht. Und mit einem Gewicht von rund 14 Kilogramm habt ihr hier ein leichtes urbanes E-Bike, das mal ohne Carbonrahmen und elektronische Schaltung auskommt und auch deshalb das Portmonee weitaus weniger belastet als ähnlich leichte Bikes anderer Hersteller, wie zum Beispiel das Scott Silence eRide.
Ampler Curt im Überblick
- Modelle: Ampler Curt Blank, Ampler Curt Equipped
- Rahmen: Aluminium 6061
- Gabel: Carbon
- Rahmengrößen: S, M, L (Diamantrahmen) / S, M (Trapezrahmen)
- Motor: Ampler Hinterradnabenmotor, 250 W Nennleistung
- Akku: Integrierter Ampler Akku, 336 Wh
- Bedieneinheit: im Oberrohr integriert
- Antrieb: Shimano Deore, Singlespeed
- Bremsen: Shimano Deore
- Gewicht: ab 14,1 kg
- Maximal zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg
- Farben: Matte Black, Silver
- Preise: ab 3.690 Euro
Bilder: Ampler Bikes OÜ










