Zum Inhalt springen

Diese Großstädte leben den Rad-Alltag: Vom Ausnahmefall zur Normalität

Eine Gruppe von Menschen fahren Fahrräder in Berlin

Ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Café – in vielen deutschen Städten ist das Fahrrad längst ein fester Teil des Alltags geworden. Doch wie gut sind die Bedingungen wirklich, unter denen Menschen täglich aufs Rad steigen? Diese Frage stellt der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) mit dem Fahrradklima-Test, einer der größten Umfragen zum Radverkehr in Deutschland. Alle zwei Jahre bewerten zehntausende Radfahrende die Situation in ihrer Stadt. Dabei geht es um Sicherheit im Verkehr, Qualität der Wege, Erreichbarkeit und vieles mehr. Im Jahr 2024 haben über zweihunderttausend Menschen ihre Einschätzung abgegeben und so ein klares Bild vom Radalltag in deutschen Städten gezeichnet.

Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt deutlich, dass manche Städte beim Thema Fahrrad vorne liegen. Dort ist Radfahren nicht nur möglich, sondern wirklich bequem, sicher und alltagstauglich. Doch wie können andere Städte von diesen Vorreitern lernen? Welche Maßnahmen lassen sich übertragen und wie kann das Fahrrad, vor allem E-Bikes mit elektrischer Unterstützung, überall zum echten Alltagsverkehrsmittel werden?

1. Die Top-5 fahrradfreundlichsten Großstädte in Deutschland
2. Die Top-3 fahrradfreundlichsten Städte in Europa
3. E-Bikes, die zu deinem Alltag in der Stadt perfekt passen

1. Die Top-5 fahrradfreundlichsten Großstädte in Deutschland

Deutschlandweit setzen immer mehr Städte auf eine fahrradfreundliche Infrastruktur – doch einige von ihnen stechen besonders positiv hervor

Platz 1: Münster – Vorreiter der Radkultur

Fahrradfahren in Münster

Beim letzten Fahrradklima-Test des ADFC im Jahr 2024 wurde Münster erneut zur besten Großstadt mit der Note 2,97 für Radfahrende gewählt. Dieses Ergebnis ist kein Zufall, sondern das Ergebnis langjähriger und konsequenter Planung sowie einer tief verankerten Radkultur.

Ein zentrales Projekt der Stadt ist das sogenannte Fahrradnetz 2.0. Es handelt sich um einen langfristigen Plan für ein über hundert Kilometer langes, lückenloses und komfortables Radwegenetz. Dieses Netz besteht aus drei abgestuften Routenarten: den schnellen Velorouten, den verbindenden Hauptrouten und den Basisrouten innerhalb der Stadtviertel. Ziel ist es, allen Radfahrenden sichere und durchgängige Wege zu bieten.

Besonders beeindruckend ist auch die neugestaltete Kanalpromenade. Dieser zehn Kilometer lange Weg entlang des Dortmund-Ems-Kanals bietet nicht nur eine entspannte Strecke für Radfahrende und Fußgänger, sondern wurde auch mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet. Darüber hinaus entwickelt Münster die sogenannten Fahrradstraßen weiter. Diese sind breiter gestaltet, gut sichtbar markiert und geben dem Radverkehr klar Vorrang. Ergänzt wird das durch Maßnahmen wie vorgezogene Haltelinien an Ampeln und spezielle Abbiegepfeile, die für mehr Sicherheit und flüssigen Verkehr sorgen.

Platz 2: Freiburg im Breisgau – Vorbild für nachhaltige Mobilität

Wiwili Brücke in Freiburg im Breisgau
Wiwili Brücke in Freiburg im Breisgau

Freiburg gehört zu den Städten in Deutschland, die seit Jahren konsequent auf nachhaltige Verkehrskonzepte setzen. Besonders für den Radverkehr und den Fußverkehr hat sich hier viel getan. In nur anderthalb Jahren investierte die Stadt rund 16 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur. Auch im ADFC-Fahrradklima-Test 2024 wurde Freiburg mit der Note 3,03 auf Platz zwei der fahrradfreundlichsten Großstädte gewählt.

Bereits im Jahr 2013 formulierte die Stadt mit dem Radverkehrskonzept 2020 das Ziel, den Anteil des Radverkehrs auf über 30 Prozent zu steigern. Dieses Ziel verfolgt Freiburg seither mit Konsequenz. Im Jahr 2023 wurde mit dem Programm Radnetz + ein neues Kapitel aufgeschlagen. Es beinhaltet vier geplante Radschnellverbindungen und fünf neue Radvorrangrouten, die das bestehende, bereits dichte Radwegenetz sinnvoll ergänzen. Drei dieser neuen Routen wurden inzwischen weitgehend umgesetzt.

Ein zentrales Element der Radinfrastruktur ist die Wiwilíbrücke am Hauptbahnhof. Sie ist ausschließlich für den Radverkehr und den Fußverkehr vorgesehen und wird täglich von bis zu 17.000 Menschen genutzt. Ergänzt wird das Netz durch ein geplantes Vorrangsystem mit insgesamt 13 Radrouten, die möglichst kreuzungsfrei verlaufen. Durch angepasste Ampelschaltungen und zusätzliche Verbindungen soll der Radverkehr noch komfortabler und attraktiver werden.

Platz 3: Karlsruhe – Mit Strategie zur Fahrradstadt

Karlsruher Grünanlage, in der viele Menschen mit Fahrrädern entspannen

Bei dem ADFC-Fahrradklima-Test im Jahr 2024 belegte die Stadt den dritten Platz und erreichte eine Gesamtnote von 3,05. Dieses Ergebnis kommt nicht von ungefähr: Karlsruhe verfolgt seit Jahren eine konsequente Strategie zur Förderung des Radverkehrs und der aktiven Mobilität. Bis zum Jahr 2035 will die Stadt erreichen, dass 70 Prozent aller Wege innerhalb des Stadtgebiets zu Fuß, mit dem Fahrrad mit dem E-Bike zurückgelegt werden. Grundlage für dieses Ziel ist das Programm für Aktive Mobilität, das der Gemeinderat im Jahr 2021 beschlossen hat. Es legt zahlreiche Maßnahmen fest, um den Rad- und Fußverkehr gezielt auszubauen und attraktiver zu gestalten.

Die Stadt setzt dabei auf eine Vielzahl von baulichen und organisatorischen Veränderungen. So gestaltet sie Fahrradstraßen zunehmend vorfahrtsberechtigt, was den Verkehrsfluss für Radfahrende deutlich verbessert. An mehr als 50 Stellen wurden bereits grüne Abbiegepfeile speziell für den Radverkehr eingeführt. Auch Einbahnstraßen öffnet Karlsruhe konsequent in Gegenrichtung, sofern es die Verkehrssicherheit erlaubt. Parallel dazu wird das Netz an Abstellanlagen kontinuierlich ausgebaut – inklusive überdachter und komfortabler Stellplätze, die das Radfahren im Alltag noch attraktiver machen.

Ein zentrales Element dieser Strategie sind die sogenannten Cityrouten, die eine zügige und sichere Umfahrung der Fußgängerzone im Zentrum ermöglichen. Besonders hilfreich sind dabei die Einbahnstraßen, die für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben wurden, was die innerstädtische Vernetzung erheblich verbessert. Auch über die Stadtgrenzen hinaus ist Karlsruhe gut angebunden. Die Stadt liegt an vier überregionalen Fernradwegen und ist Teil des grenzüberschreitenden Paneuropa-Radwegs, der von Paris über Karlsruhe bis nach Prag führt.

Platz 4: Frankfurt am Main – fahrradfreundliche Metropole

Eine Frau fährt im Herbst mit ihrem Fahrrad die Frankfurter Promenade entlang

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2024 bewerteten Radfahrende Frankfurt am Main mit der Durchschnittsnote 3,49. Dies ist eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Jahr 2022, in dem die Note noch bei 3,61 lag. Damit zählt die Stadt zu den fahrradfreundlichsten Metropolen Deutschlands. Dieses Ergebnis beruht auf einer klaren Strategie zur Umgestaltung des städtischen Verkehrs, die Frankfurt konsequent verfolgt.

In den letzten fünf Jahren wurden bereits rund 40 Kilometer neue Radwege und Radfahrstreifen in der Stadt eingerichtet. Ein Großteil davon ist mit einer Breite von 2,3 Metern, die sicheres Überholen ermöglicht. Diese modernen Verkehrsflächen kommen nicht nur dem klassischen Fahrrad zugute, sondern auch Pedelecs und E-Scootern.

Parallel dazu investiert Frankfurt kontinuierlich in Fahrradabstellanlagen. Jährlich entstehen mindestens 2.000 neue Stellplätze im öffentlichen Raum. Zusätzlich werden private und gewerbliche Lastenradnutzungen gezielt unterstützt, und ein eigenes städtisches Lastenrad-Sharing befindet sich im Aufbau.

Platz 5: Hannover – Mit „Lust auf Fahrrad“ zur Fahrradstadt

Grünfläche in Hannover, wo sich die Menschen im Sommer entspannen

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2024 erreichte Hannover den zweiten Platz unter den deutschen Großstädten mit einer Gesamtnote von 3,52. Damit liegt die niedersächsische Landeshauptstadt nur knapp hinter Frankfurt am Main und vor Bremen. Seit 2016 verfolgt Hannover unter dem Motto „Lust auf Fahrrad“ das Ziel, den Anteil des Radverkehrs bis 2025 auf 25 Prozent zu steigern. Grundlage dafür ist das Leitbild Radverkehr, das sowohl Infrastrukturmaßnahmen als auch die Förderung einer nachhaltigen Fahrradkultur umfasst.

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau eines stadtweiten Veloroutennetzes, das zentrale Stadtteile miteinander verbindet. Ergänzt wird dieses Netz durch das Konzept „Fahrradstraßen 2.0“, das Radfahrenden Vorrang und mehr Komfort im Straßenraum gibt. Innovative Elemente wie Trittbretter und Ampelgriffe erleichtern an mehr als 20 Standorten das Warten an Kreuzungen und verbessern so die Nutzerfreundlichkeit im Alltag.

Auch die Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr wird vorangetrieben: Gemeinsam mit der Deutschen Bahn entwickelt Hannover ein modernes Bike+Ride-Konzept, das Fahrrad und ÖPNV nahtlos verbindet. Ergänzt wird das Engagement durch ein umfassendes Aktionsprogramm, das Investitionen in Radwege, Abstellanlagen, Zählsysteme und weitere Infrastrukturkomponenten bündelt.

2. Die Top-3 fahrradfreundlichsten Städte in Europa

Neben dem ADFC-Fahrradklima-Test gibt es auch internationale Vergleichswerte. Besonders bekannt ist der sogenannte Copenhagenize Index, der seit 2011 alle zwei Jahre erscheint. Dieses internationale Ranking wurde vom dänischen Beratungsunternehmen Copenhagenize Design Co. ins Leben gerufen. Es bewertet weltweit große Städte danach, wie fahrradfreundlich ihre Infrastruktur, ihre politischen Maßnahmen und ihre Fahrradkultur insgesamt sind. Der Copenhagenize Index wurde zuletzt im Jahr 2019 veröffentlicht, eine weitere Ausgabe aus dem Jahr 2025 ist bislang nicht erschienen.

Platz 1: Kopenhagen, Dänemark

Menschen fahren mit Fahrrädern an den bunten Häusern in Kopenhagens Nyhavn-Promenade entlang

Kopenhagen gilt weltweit als Paradebeispiel für eine fahrradfreundliche Stadt. Über 62 Prozent der Einwohner nutzen das Fahrrad für ihre täglichen Wege, was das Rad längst zum dominierenden Verkehrsmittel vor dem Auto gemacht hat. Diese Entwicklung ist das Ergebnis jahrzehntelanger, gezielter Stadtplanung, die das Radfahren systematisch in den Mittelpunkt stellt.

Bereits im Jahr 2002 verabschiedete die dänische Hauptstadt ihre erste umfassende Radverkehrsstrategie. Das zentrale Ziel: Radfahrende sollten bei allen verkehrsbezogenen Entscheidungen Vorrang erhalten. Seitdem wurde ein feinmaschiges Netz aus über 390 Kilometern Radwegen geschaffen – ergänzt durch Fahrradautobahnen, sichere Abstellanlagen, kostenlose Serviceangebote wie Luftstationen und durchdachte Details wie papierkorbfreundliche Wege für Radfahrende. Damit sich das Radfahren auch wirklich lohnt, hat Kopenhagen viele technische Innovationen eingeführt. Intelligente Verkehrsleitsysteme helfen dabei, Fahrradstaus zu vermeiden, Bodenlichter signalisieren die optimale Geschwindigkeit für grüne Wellen an Ampeln, und spezielle Ampelschaltungen sorgen dafür, dass Radfahrende möglichst wenig anhalten müssen.

Doch die Vision geht noch weiter: Bis 2050 möchte Kopenhagen vollständig CO₂-neutral sein. Daher ist die Förderung des Radverkehrs auch ein zentraler Bestandteil der städtischen Klimapolitik.

Platz 2: Amsterdam, Niederlanden

Fahrradfahrer warten an einer roten Ampel, um die Straße zu überqueren

Amsterdam ist weltweit als Fahrradstadt bekannt. Täglich legen Radfahrende in der Stadt beeindruckende zwei Millionen Kilometer zurück. Kein Wunder: Die Infrastruktur ist hervorragend ausgebaut, mit einem Radwegenetz von über 400 Kilometern und vielen speziell ausgewiesenen Fahrradstraßen, auf denen man sich sicher und entspannt fortbewegen kann.

Etwa 38 Prozent aller Wege in Amsterdam werden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Diese hohe Quote ist das Ergebnis einer langjährigen Verkehrspolitik, die das Fahrrad als zentrales Verkehrsmittel fördert. Dazu gehören durchdachte Maßnahmen wie Fahrradstraßen, eine eigene Ampelregelung für Radfahrende und zahlreiche Leihangebote, die auch Touristen einen einfachen Zugang ermöglichen.

Ein besonders bemerkenswertes Projekt ist das neue unterirdische Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof – eines der größten seiner Art in Europa mit Platz für über 7.000 Räder. Amsterdam war außerdem die erste Stadt weltweit mit einem eigenen Fahrradparkhaus.

Platz 3: Utrecht, Niederlanden

Ein Fahrrad steht auf einer historischen Brücke über einem der Kanäle in Utrecht

Utrecht hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Vorbild in Sachen Fahrradfreundlichkeit entwickelt. Mit ihrem durchdachten Radwegenetz, das sich über mehr als 350 Kilometer erstreckt, zählt sie zu den Spitzenreitern im Copenhagenize Index und belegt dort den dritten Platz weltweit. Etwa 60 Prozent der Wege ins Stadtzentrum werden mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Ein echtes Highlight ist das größte Fahrradparkhaus der Welt direkt am Hauptbahnhof: Der futuristische Bau erstreckt sich über drei Etagen und bietet Platz für bis zu 12.500 Räder. Neben sicheren Stellplätzen gibt es dort auch Leihfahrräder – praktisch für Einheimische und Besucher gleichermaßen. Die breite Radinfrastruktur der Stadt sorgt für ein angenehmes und sicheres Fahrgefühl. Unterstützt wird das durch Innovationen wie den „Fietsflo“ – ein intelligentes Ampelsystem, das Radfahrenden schon 200 Meter vor der Kreuzung anzeigt, mit welchem Tempo sie die grüne Welle erreichen.

3. E-Bikes, die zu deinem Alltag in der Stadt perfekt passen

Ob Münster, Freiburg, Kopenhagen oder Amsterdam – diese Städte zeigen eindrucksvoll, wie Fahrradfreundlichkeit den Alltag verbessern kann. Immer mehr Menschen steigen dort aufs Rad, weil die Infrastruktur stimmt und nachhaltige Mobilität gefördert wird. Doch nicht jede Stadt ist schon so weit. Genau hier kommen E-Bikes ins Spiel: Sie machen das tägliche Radfahren auch in weniger idealen Bedingungen attraktiv. In diesem Abschnitt zeigen wir dir, welche E-Bike-Modelle besonders alltagstauglich sind und wie sie dir helfen können, dein Leben in der Stadt unabhängiger und umweltbewusster zu gestalten.

KTM Macina Style 740 – 2024

  • Große Reichweite und Komfort für tägliches Pendeln
  • Sicherheit durch stabile Ausstattung
  • Der 85 Nm-Motor plus 750 Wh Akku unterstützt kraftvoll und langstreckentauglich

Trek FX+ 7 – 2026

  • Ultraleicht & wendig: Nur ca. 18 kg, ideal für urbane Mobilität, Mitnahme in Bahn oder Wohnung
  • Natürliche Unterstützung: Leiser und effizienter TQ-Mittelmotor (50 Nm) – perfekt für flüssiges Fahren in der Stadt
  • Hochwertige Ausstattung

KTM Macina Urbanator SX – 2026

  • Bosch Perfomance Line SX besonders komfortabel für Touren und Stadtverkehr
  • Integrierte Ausstattung: Beleuchtung, Gepäckträger & Schutzbleche
  • Modernes und schlankes Design

Bilder: Pexels, Pixabay

Ein Gedanke zu „Diese Großstädte leben den Rad-Alltag: Vom Ausnahmefall zur Normalität“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert