Neue Antriebsgeneration Bosch Smart System für E-Bikes zur Saison 2022

Neuheiten von Bosch für 2022er E-Bikes: Wie smart ist autark?

Angespannt erwartet ein Großteil der Fahrradbranche den Tag, an dem Bosch seine News für die kommende Saison präsentiert. Warum? Nun, alle Marken, die einen Antrieb von Bosch verbauen, müssen den Launch des Motorenlieferanten abwarten. Erst danach dürfen sie ihre neuen Bikes zeigen. Dieser Tag ist heute. Und Bosch wartet mit zwei Worten auf – Smart System.

1. Bosch Smart System – Der Akku PowerTube 750
2. Bosch Smart System – Der Motor Performance Line CX
3. Bosch Smart System – Die Bedieneinheit LED Remote
4. Bosch Smart System – Das Display Kiox 300
5. Bosch Smart System – Die neue eBike Flow App
6. Bosch Smart System – Das Ladegerät A4
7. Bosch Smart System – Die entscheidende Crux
8. Bosch Smart System – Ein erster Ausblick
9. Bosch Smart System – Erste Ersatzteile

Nach außen hin ist dies das neue Zauberwort. Bosch intern heißt das ganze weniger trendig einfach BES3. „BES“ ist die Abkürzung für Bosch Entwicklungsstufe. Die „3“ markiert einen entscheidenden Einschnitt. Mit dieser Zahl verabschiedet sich der Hersteller vom Zwang, ein E-Bike mit Bosch-Antrieb mit Display fahren zu müssen. Mit dieser Zahl schließt das Unternehmen aus Reutlingen zur Konkurrenz in Sachen Akkukapazität auf. Und mit dieser Zahl wird Bosch womöglich einige von euch ganz schön vor den Kopf stoßen. Aber dazu später mehr.

1. Bosch Smart System – Der Akku Powerube 750

Aus guten Gründen soll das Augenmerk zuerst auf dem Akku des Smart System liegen. Der bringt nämlich die von vielen ersehnte nächste Reichweitensteigerung mit. Insgesamt 750 Wattstunden sind es letztendlich geworden. Damit zieht Bosch gleich mit Yamaha, Shimano und Brose. Der neue Wert bedeutet ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem bisherigen Primus, dem Bosch PowerTube mit 625 Wattstunden.

Akku PowerTube 750 des Bosch Smart System für E-Bikes
Akku PowerTube 750 des Bosch Smart System

Im Innenleben hat sich allerdings gar nicht so viel verändert. Im größeren PowerTube stecken genau die Zellen, die auch bisher verbaut wurden. Zumindest in diesem Jahr hat Bosch an der Stelle also keine grundlegende Weiterentwicklung betrieben. Der Gewinn an Reichweite geht ausschließlich auf die Tatsache zurück, dass der Akku mehr Zellen enthält. Das zieht zwei wichtige Konsequenzen nach sich: Erstens, der Akku legt an Gewicht zu. Unter dem Strich sind es 900 Gramm und damit jetzt insgesamt 4,4 Kilogramm. Und zweitens fällt er von den Abmessungen her größer aus als der bisherige PowerTube 625. In der Länge ist es ein Plus von sieben Zentimetern.

Bosch sorgt für Hochbetrieb in den Entwicklungsabteilungen

Für alle Fahrradhersteller, die die Umstellung auf Smart System mitgegangen sind, bedeutete dies jede Menge Arbeit. Geometrien mussten neu überdacht, Rohre neu konstruiert und gefertigt werden. Alles in allem eine echte Herausforderung. Vor allem in Zeiten, in denen die Fahrradindustrie in Asien durch Rohstoffknappheit und Corona-Schutzmaßnahmen stark ausgebremst wird.

Auch der neue Koloss mit seinen 750-Wattstunden soll grundsätzlich mit einem zweiten Akku erweiterbar sein. Nur ist derzeit keiner weiterer erhältlich, mit dem er sich kombinieren ließe. Claus Fleischer, Geschäftsführer bei Bosch eBike Systems, kündigte auf einer Pressekonferenz im Rahmen der diesjährigen Eurobike an, dass in den kommenden Jahren weitere, und vor allem auch kleinere Größen mit geringeren Kapazitäten für Smart System folgen sollen. Einen genaueren Zeithorizont nannte er dafür nicht.

Laut Bosch soll der neue PowerTube 750 innerhalb von zweieinhalb Stunden zur Hälfte aufgeladen sein. Bis zum Erreichen der 100-Prozent-Marke vergehen rund sechs Stunden.

2. Bosch Smart System – Der Motor Performance Line CX

Am Motor hat sich derweil nichts getan. Zum Einsatz kommt bis auf Weiteres allein der Bosch Performance CX. Er bietet weiterhin ein Drehmoment von 85 Newtonmetern bei der bekannten Dauernennleistung von 250 Watt. Wer mit einem solchen Aggregat unterwegs ist, kann sich weiterhin über eine Steigerung der eigenen Leistungskraft um maximal 340 Prozent freuen. Auch in puncto Abmessungen bleibt hier alles beim Alten.

Damit der Unterschied zur bereits vorhandenen Variante sichtbar wird, hat Bosch das Äußere leicht verändert. Damit verbunden sind allerdings keine zusätzlichen Kühlelemente oder Ähnliches. Innendrin ist dagegen die komplette Elektronik überarbeitet worden. Damit einher geht die Verwendung neuer Anschlüsse am Gehäuse. Laut dem Portal emtb-news.de ist der Durchmesser der Stecker auf sechs Millimeter geschrumpft. Zudem sieht der Ladeport jetzt anders aus als bei den bisherigen Antriebsgenerationen. Alle mechanischen Teile wie das Getriebe sind unverändert geblieben.

Motor Performance CX des Bosch Smart System für E-Bikes
Motor Performance CX des Bosch Smart System

3. Bosch Smart System – Die Bedieneinheit LED Remote

Ganz im Gegensatz zur Bedienung des Systems. Die Bedieneinheit am Lenker ist mit Abstand die offensichtlichste Neuheit im Rahmen der jetzt vorgestellten Entwicklungsstufe. Sie nimmt mehr Platz ein als beispielsweise die Bosch Compact und ähnelt auch nicht mehr einem Dreieck. Vielmehr wirkt sich zweigeteilt. Da ist zum einen die rechteckige Form des Teils, in dem mehrere LED eingearbeitet sind und der gut einsehbar oberhalb auf dem Lenkerrohr zu euch ausgerichtet ist. Im Inneren dieses Teils ist ein Bluetooth-Modul integriert. Zum anderen fällt an der linken Seite abgewinkelt der Bereich mit den Tasten ab. Links, rechts, plus, minus sowie die trapezförmige Bestätigungstaste. Das wirkt alles recht vertraut. Wer schon Berührung mit Bosch hatte, wird sich da vermutlich sehr schnell zurechtfinden.

Bedieneinheit LED Remote des Bosch Smart System für E-Bikes
Bedieneinheit LED Remote des Bosch Smart System

Völlig neu ist dagegen eine Ein-Aus-Taste an der in Fahrtrichtung zeigenden schmalen Seite der Bedieneinheit. Warum eine Bedieneinheit eine solche Taste braucht? Weil das Bosch-System künftig nicht mehr zur Steuerung benötigt. Einfach den Motor per Knopfdruck an der Einheit aufwecken und los geht’s.

Das Wichtigste auf einen Blick

Auf der Einheit selbst finden sich fünf rechteckige LED. Sie bilden den Ladezustand des Akkus ab. Fünf konstant leuchtende LED bedeuten einen vollen Speicher, bei nur noch einer leuchtenden LED solltet ihr langsam nach einer Steckdose Ausschau halten. Rechterhand zieht sich eine LED an den Kanten der Einheit entlang. Sie leuchtet in der Farbe des gewählten Unterstützungsmodus. Aus unserer Sicht hat Bosch dies insgesamt sehr übersichtlich gelöst. Wer tatsächlich ohne Display oder Smartphone losfährt, ist dennoch bestens über den Zustand des E-Antriebes informiert. Wie hell die LED leuchten, bestimmt übrigens ein in der Einheit integrierter Umgebungslichtsensor.

4. Bosch Smart System – Das Display Kiox 300

Dank Bluetooth ist die Bedieneinheit direkt mit dem Kiox-Display verbunden. Genauer gesagt, mit dem Kiox 300-Display. So heißt das Gerät nämlich der Welt von Smart System. Abgesehen vom Namen gleicht das Kiox 300 dem gewöhnlichen Kiox. Auf dem 2-Zoll großen Farbbildschirm seht ihr Angaben wie die Fahrtgeschwindigkeit, die per GPS ermittelte Position oder die Trittfrequenz. Andere Funktionen wie das Personalisieren der Screens oder das Aufzeichnen der Daten aller per Sensor verbundenen Geräte sind ebenfalls identisch. Lediglich die Buttons werdet ihr vergeblich suchen. Da die Bedienung ausschließlich über die LED Remote beziehungsweise euer Smartphone laufen soll, hat Bosch die Tasten gänzlich gestrichen.

Display Kiox 300 des Bosch Smart System für E-Bikes
Display Kiox 300 des Bosch Smart System

Jetzt funkt’s

Der entscheidende Unterschied besteht in der Konnektivität. Kiox 300, Bedieneinheit und eBike Flow App auf eurem mobilen Gerät kommunizieren über eine Bluetooth-Verbindung miteinander. Wie erwähnt, könnt ihr auf den Bildschirm am Lenker verzichten und zur Steuerung ausschließlich die Bedieneinheit nutzen. Für alltägliche, kürzere Wege sicher eine ganz praktische Option. Beim Stichwort Display kommt uns etwa sofort in den Sinn: Was man nicht dabeihat, kann auch keinen Schaden nehmen oder fortkommen.

Gleichzeitig könnt ihr statt des Kiox 300 euer Smartphone zur Steuerzentrale umfunktionieren. Zum Aufzeichnen eurer Fahrten und zur Navigation ist damit künftig kein Umweg über das Display mehr nötig. Voraussetzung dafür war bisher ja stets das Einbeziehen des entsprechenden Fahrradcomputers.

5. Bosch Smart System – Die neue eBike Flow App

Damit einhergehend ist die im Grunde wichtigste Neuerung: Die Einführung der eBike Flow App. Sie ist quasi die Schaltzentrale und damit das Herzstück der neuen Antriebsgeneration. Neu sind im Wesentlichen folgende Funktionalitäten:

 

1. Over-the-air-updates

  • Übertragung neuer Software-Funktionen via Bluetooth direkt auf das E-Bike

 

2. Activitity tracking

  • Aufzeichnung von Fahrt- und Fitnessdaten wie Route, Geschwindigkeit, Strecke, Leistung der E-Bike-Fahrenden
  • Automatischer Beginn der Datenaufzeichnung mit dem Pedalieren
  • Kein zusätzlicher Griff zum Smartphone nötig
  • Aktuell nur in Zusammenhang mit Apple Health nutzbar

 

3. Individuelle Konfiguration der Fahrmodi

  • Für jede Fahrmodus maximale Geschwindigkeit bezogen auf die Unterstützung, Drehmoment und Dynamik der Energiebereitstellung einstellbar
  • Anlegen mehrerer Profile möglich

 

4. Homescreen

  • Individuell konfigurierbarer Eröffnungsbildschirm
  • Anzeige zentraler Informationen wie Verbindung zum E-Bike, verbleibende Akkukapazität, nächsten Werkstatttermin und gefahrene Gesamtkilometer

 

Ein Großteil der vorgestellten Funktionen wurden als Wunsch bereits vor längerem an Bosch herangetragen. Mit diesem Stand schließt sich die eBike Flow App von Bosch zu vergleichbaren Apps von Shimano oder auch Fazua auf.

Angeboten wird sie sowohl für Smartphone mit ios als Betriebssystem als auch für Android. Zu Beginn wird sich das jedoch auf die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch beschränken. Weitere kündigte Claus Fleischer im Rahmen der Presskonferenz an, ohne allerdings verlässliche Zeiträume dafür zu nennen.

Der Geschäftsführer schloss zudem nicht aus, künftig ausgewählte Features der Apps nur gegen Geld erhältlich sein werden. Genaueres als dass die theoretische Möglichkeit dazu gegeben sei, kam ihm jedoch nicht über die Lippen.

Konkreter wurde er dagegen etwa bei dem Thema Help connect. Diese App ist zumindest mit einer in Deutschland registrierten SIM-Karte ja bereits seit längerem nutzbar. Diese Funktion soll in absehbarer Zukunft auch Teil des Smart-System-Kosmos werden.

Homescreen der Ebike Flow App des Bosch Smart System für E-Bikes
Homescreen der Ebike Flow App des Bosch Smart System

6. Bosch Smart System – Das Ladegerät A4

In den Abschnitten zu Motor und zum Akku klang es ja bereits an: Smart System arbeitet mit einem anderen technischen Standard als die derzeit auf dem Markt befindlichen Antriebsgenerationen. Daraus ergibt sich Notwendigkeit für ein eigenes Ladegerät – das Bosch A4. Es kommt etwas kompakter daher als das bekannte und etwas klobige Fast Charger 6A. Doch kaum jemand von euch lässt sich beim Kauf eines Ladegerätes vermutlich von dessen Optik leiten. Daher ist das allenfalls eine Randnotiz. Entscheidender ist: zu Beginn wird es sowieso erst einmal nur dieses eine Ladegerät geben.

Ladegerät 4A des Bosch Smart System für E-Bikes
Ladegerät 4A des Bosch Smart System

7. Bosch Smart System – Die entscheidende Crux

Im zweiten Absatz hatten wir angedeutet, dass jedoch nicht jedes Detail rund um die BES3 Jubelstürme unter den E-Bike-Fahrenden auslösen wird. Das liegt daran, dass Bosch ein geschlossenes System geschaffen hat. Alles, was unter die Bezeichnung Smart System fällt, ist auch nur innerhalb dieser Grenzen nutzbar. Eure bisher genutzten Displays, Akkus, Ladegeräte sind allesamt inkompatibel mit dem Update für 2022. Das heißt, neben den oben genannten Komponenten umfasst die neue Hardware auch ein dazugehöriges Ladegerät. Mit seinem Ladestrom von vier Ampere gehört das immerhin zu den schnelleren seiner Art. Angesichts solcher Details büßt das gesamte neue Paket dennoch etliche Sympathiepunkte gleich wieder ein. Trotz der ganzen Vorteile, die es in sich vereint.

Ebenso bleibt der Umstieg auf 48 Volt in diesem Jahr aus. In diversen Foren war zuvor angeregt darüber diskutiert worden. Die Spekulationen stellen sich spätestens mit dem heutigen Tage als solche heraus. Für den Moment. Zudem verfügt das neue Kiox 300 im Gegensatz zum „normalen“ Kiox über keinen Ladestrom für Smartphones und ähnliche Geräte. Ansatzpunkte für eine weitere Entwicklungsstufe sind also genügend vorhanden.

Display Kiox 300 und Bedieneinheit LED Remote des Bosch Smart System für E-Bikes
Display Kiox 300 und Bedieneinheit LED Remote des Bosch Smart System

8. Bosch Smart System – Ein erster Ausblick

Auf der Pressekonferenz wurde klar, dass Bosch sich in den kommenden Jahren voll auf die Interaktion der eBike Flow App mit dem E-Bike und des E-Bikes mit seiner Umwelt konzentrieren wird. Claus Fleischer umriss das E-Bike als Gegenstand, der in einer digital vernetzten Umwelt mit Fahrzeugen, Infrastruktur und Menschen um sich herum im ständigen Austausch stehen wird. Das Fahrrad als ein Gerät aus der Welt des IoT – des Internet of things. In dieser Welt wird die Qualität eines E-Bikes sich zu großen Teilen anhand der Frage definieren, mit welcher App es sich nutzen lässt. Mit denen sich am Horizont abzeichnenden autonom steuernden Fahrzeugen auf unseren Straßen kann diese Vision nicht völlig überraschen.

Für die nähere Zukunft dürfte dies wohl folgende Konsequenzen haben:

  1. Der absolut größte Teil der Entwicklungsarbeit bei Bosch wird in das Smart System fließen.
  2. Im Fokus stehen vorrangig Software-Entwicklungen wie die Integration von Help Connect oder die Einführung einer Antidiebstahl-Funktion namens Connect Module.
  3. Typische Komponenten wie weitere Displays und Akkus sollten die bisher überschaubare Produktpalette erweitern.
  4. Lücken wie die Adaption des Systems an Dinge wie eShift wird Bosch recht bald schließen wollen.
  5. Die gesamte Produktwelt der bisher bekannten Antriebsgenerationen verliert an Bedeutung für Bosch.
  6. Ersatzteile für diese Systeme werden nach jetzigem Stand noch sehr lange verfügbar sein und weiterhin hergestellt.

9. Bosch Smart System – Erste Ersatzteile

Obwohl bisher nur wenige Pedelecs schon mit der Neuheit von Bosch ausgeliefert sind, hat der Hersteller bereits ausgewählte Ersatzteile vorgestellt. Dazu zählen beispielsweise Kabel für den Anschluss der Ladebuchsen und des Akkus in verschiedenen Längen, der Geschwindigkeitssensor, ein Kit für die Akkuhalterung sowie der Speichenmagnet. Erhältlich werden die Artikel voraussichtlich ab Beginn des Jahres 2022 sein.

Bilder: Bosch eBike System

8 Gedanken zu „Neuheiten von Bosch für 2022er E-Bikes: Wie smart ist autark?“

  1. Servus, habe vor mir ein E-Bike zu kaufen KTM Macina Tour P510 2021. Ich frage mich nur, sollte mal z.B. der Akku nicht mehr funktionieren, bekomme ich in 6 bis 8 Jahren oder länger einen neuen? Oder stehe ich dann mit einen Fahrrad ohne Elektroantrieb da?
    Servus
    Tina

    1. Hallo Tina,
      genau dieser Frage musste sich Bosch bei seiner Präsentation des Smart System auf der diesjährigen Eurobike stellen. Dabei versicherte der Hersteller, dass es für die bisher auf dem Markt befindlichen Systeme noch lange Ersatz geben werde. Aus unserer Sicht kannst du dieser Aussage Glauben schenken. Immerhin erhältst du auch heute noch Originalteile für Antriebe von Bosch, die seit Jahren kein Hersteller mehr verbaut. Als Beispiel sei nur der Classic Line genannt. Dieser Stratege wird das Unternehmen anscheinend auch künftig treu bleiben.

      Sportliche Grüße
      Matthias

  2. Mir fehlt immer noch eine vernünftige Information was an dem neuen System „Smart“ sein soll, und was mit dem bisherigen System nicht möglich war.

    Akku und Ladegerät? wohl nix smartes dabei.

    Ein Daumencontroller mit Bluetooth, Wow, was für eine Leistung, das alte Kiox hatte das auch.
    Updates OTA, haben andere Hersteller schon lange, hätte man auch problemlos in das „alte“ System integrieren können, das Update file ist gerade mal 2 MB groß und dem Motor ist es wurscht ob es über die USB Buchse wie bis jetzt oder über Bluetooth übertragen wird.

    Die neue Bosch Flopp App? Navigation und Tracking konnte die alte App auch schon.

    Ach ja, da sind ja noch die anpassbaren Unterstützungskurven. Ein Mogelpackung, denn man kann weder den EMTB Modus noch den Tour+ Modus anpassen, bleibt nur noch ECO und TURBO zum rumspielen, braucht man das?

    Ich vermute mal das Bosch hier unter dem Deckmantel „Smart“ die Benutzer noch mehr in ein komplett geschlossenes System einsperren will. Dass alte Komponenten nicht mehr kompatibel sind lässt vermuten dass Bosch einen neuen Datenbus verwendet welcher nicht mehr so offen ist wie der alte CAN Bus. Warum sonst funktionieren die bisherigen Akkus nicht mehr, bzw. wurden alle Stecker geändert? Auch dass third party Integrationen wie die Getriebenaben von Rohloff und Co nicht mehr funktionieren lässt auf einen neuen Datenbus schliessen.

    Was Bosch uns gerade präsentiert hat klingt eher nach Verzweiflung als nach echter Innovation. Schon letztes Jahr konnte man im prestigeträchtigen und hochpreisigen EMTB Segment sehen dass Bosch zusehends an Boden verliert, viele Hersteller setzten auf Shimano. Dieses Jahr wird sich der Druck noch verstärken, auch Yamaha, die für ihre zuverlässigen Motoren bekannt sind, hat einen neuen kompakten und leichten Motor vorgestellt. Wenn dann noch Brose aus der Lethargie erwacht und endlich mal einen neuen haltbaren Motor vorstellt, dann wird es eng für Bosch.
    Natürlich hier in Deutschland auf ihrem Heimatmarkt spielt Bosch immer noch vorne mit, aber international wird es enger werden für Bosch.

    Insgesamt ist das „Smart“ System ein Schlag in das Gesicht aller bisherigen Boschnutzer die von einem Tag auf den anderen von jeglicher Innovation ausgeschlossen sind und hoffen müssen dass der „alte“ Krempel noch eine Zeit lang funktioniert.

    Wer bisher Zusatzakkus hatte oder mehrere Bikes in der Familie, hat jetzt, wenn er ein neues Bike kauft 2 inkompatible Systeme in der Garage stehen. Dann kommt natürlich die Frage auf: Muss das nächste Bike dann wieder mit Bosch sein wenn sowieso nichts mehr passt?

    1. Hallo Holger!
      Du triffst es auf den Punkt. Mein neues Cube ist bestellt. In die Tonne treten kann i h mein 2- und 6Ah Ladegerät. Bravo. Außerdem passt meine Lupine nicht mehr und genauso das neue Nyon, den geänderten Steckern sei Dank! Und ein neues NYON ist erstmal nicht in Sicht, so Bosch. Was soll das denn!
      Und wenn ich mit meiner Frau in Urlaub fahre, können wir ein zweites Ladegerät mitnehmen. Danke Bosch, was für ein Fortschritt

      1. blank
        Elektrofahrrad24/MH

        Hallo Onkel Tom,

        ja die Inkompatibilität des neuen Smart System stößt vielen Kunden auf. Bleibt natürlich die Option Räder mit den „alten“ Bosch CX zu kaufen. Tatsächlich wurde wohl die Weiterentwicklung des neuen Nyons für das Smart System verschlafen, eine kurzfristige Einführung ist nicht angekündigt und wird wohl frühestens im nächsten Modelljahr erfolgen.

        Grundsätzlich muss man aber sagen, das aus rein technischer Sicht der Weg unausweichlich ist. Erst die neue technologische Basis ermöglicht es Bosch, die angedachten Weiterentwicklungen der kommenden Jahre umzusetzen.
        Sportliche Grüße Michael

      2. blank
        Elektrofahrrad24/MH

        Hallo Holger,

        besten Dank für Deinen umfangreichen Beitrag. Es ist mir ein Anliegen darauf durchaus detailliert zu antworten. Grundsätzlich war es an der Zeit, dass Bosch das Antriebssystem softwareseitig auf einen neuen Stand gebracht hat. Viele der möglichen Innovationen werden sicherlich erst in den kommenden Monaten und Jahren zu tragen kommen, darunter auch einige sehr interessante. Als Beispiel lässt sich anführen, dass das neue Ladegerät und der Akku aufgrund des neuen CAN FD Bus Systems nun direkt miteinander kommunizieren und das Ladegerät somit den Akku „smart“ lädt.

        Mit der neuen APP lassen sich alle 4 Unterstützungsstufen (Eco, Tour, Sport, Turbo) personalisieren. Wählt man natürlich mittels Systemupdate die von Bosch eingeführten Tour+ und EMTB Modi, so sind diese nicht veränderbar. Sowohl der Tour+ als auch der EMTB Modus sind vorgefertigte dynamische Unterstützungsstufen, die aus unserer Sicht auch keiner weiteren Optimierung durch den Kunden bedürfen. Hier bleibt die Wahl den normalen Tour und Sport Modus dann selbst anzupassen.

        Natürlich ist das System ein geschlossenes System. Bosch setzt hier auf die CAN FD Bus Technologie und ermöglicht so, einen deutlich größeren und umfangreicheren Datenaustausch zwischen den einzelnen Komponenten und auch Third Party Anbietern. Das neue Smart System wurde speziell für Bosch EBike entwickelt und nutzt deutlich weniger Komponenten aus dem Automobilbereich als zuvor. Als sicher gilt, dass alle bisherigen Funktionen und Integrationen auch beim Smart System in den kommenden Monaten / Jahren verfügbar sein werden. Erst der Technologiesprung auf das neue „smarte“ System ermöglicht neben der Anbindung bisheriger Drittanbieter (natürlich wird es die Rohloff-Integration wieder geben, auch Rohloff muss hier Anpassungen machen) die Erweiterung um weitere sehr attraktive und innovative Features.

        Das es hier nun eine Inkompatibilität zum bestehenden System gibt, ist aufgrund des Technologiesprungs unausweichlich. Das bisher aktuelle System ist an seine Grenzen gestoßen, erst die neue Systembasis des Smart E-Bikesystem von Bosch ermöglicht eine zukunftsweisende Weiterentwicklung.

        Bleibt als Frage noch offen – Welche Funktionen im neuen System hätten Sie sich denn gewünscht von Bosch?

        Sportliche Grüße

        Michael Huhn

        1. Moin moin Herr Huhn, mein HERCULES E1 Mofa aus 1972 fährt auch heute noch, voll „analog“ ohne Probleme, bis zu 200km mit einer Höchstgeschwindigkeit von 22km/h. CAN Bus der xten Generation, BT, WLAN, wer benötigt dies? Klar, ein elektronischer Fahrtenregler ist schon eine Innovation, das es aber notwendig erscheint, das der Motor, das Ladegerät und der Akku „smart“ kommunizieren müssen, entbehrt wirklich jeder Logik. In den 90er Jahren gab es schon intelligente Ladegeräte, die perfekt laden konnten. Teils haben wir gelernten Elektroniker diese auch bei Mangellieferung gern auch mal selbst gebaut. Betreff Kompatibilität!? Ich habe auch so ein BOSCH CX Geraffel in meinem TREK RAIL 7, 112km bin ich mit dieser Trümmerlotte bis heute gefahren, macht mir keinen Spaß wenn es um die Reglung und Einsatz der Leistung geht. Überdies passt dann bei der nächsten Bike Generation mein LUPINE Geraffel auch nicht mehr an das neue Bike? Wegen CAN Bus!? Lächerlich, elektronisch lässt sich wirklich alles ein- u. verbinden, Dongel und fertig. BOSCH hat sich hier bei mir aus den Orbit katapultiert, man kann und darf berechtigt als Kunde erwarten, dass kundenorientiert eine gewisse Abwärtskompatibilität gegeben ist, alles andere ich Schwachfug.

          Um auf Ihre Frage nach Wünschen zurück zu kommen: „ABWÄRTSKOMPATIBILITÄT!“

      3. Velké zklamání ! Bosch „odepsal“ všechny starší produkty.Naopak jsem netrpělivě očekával další dlouhodobý vývoj těchto produktů, vč.software. Lituji toho,že jsem si v roce 2020 koupil nové kolo s vybavenim Bosch Performance CX 4. Lepši volba by byla některá konkurence.Bosch timto přístupem opravdu velice zklamal !

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