Seltsamer Vogel: Bird-Watching in Bamberg

29.11.2018 21:03

Das beschauliche Universitätsstädtchen Bamberg schreibt in der Regel wenig Schlagzeilen. Wenn doch, dann geht es in der Welterberegion eher um Historienpflege. Jetzt macht die Stadt im bayrischen Franken auf ganz andere Art von sich Reden: Bamberg wird die erste Stadt in Deutschland sein, in der Bird E-Scooter über die Straßen rollen – das ist der deutsche Start in die „Zukunft der Mikromobilität“ heißt es heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Bird und der Stadt Bamberg. Gestern (28.11.2018) haben der Marktführer im E-Scooter-Sharing Service und die Stadtwerke Bamberg eine entsprechende Kooperation zum Aufbau eines Verleihsystems für E-Scooter angekündigt.

Feldtest von Bird E-Scootern in Bamberg

In einem Feldtest, der dieser Tage starten soll, werden Testfahrer die ersten Birds nutzen und Erfahrungen vor Ort sammeln. Ab dem Frühjahr 2019 sollen die E-Scooter im Rahmen einer Pilotphase mit 100 Fahrzeugen allen Bürgern zur Verfügung stehen.

Bird E-Scooter

Dazu fehlt es noch an einer entsprechenden Verordnung für Elektro-Kleinstfahrzeuge, die eine Nutzung von E-Scootern im Straßenverkehr erst noch erlauben muss. Die Testfahrten erfolgen so lange mit Sondergenehmigung. Im Sommer geht es dann in den Regelbetrieb.

Einzigartiges Mobilitätskonzept mit E-Scootern

Bamberg will die Mobilität in der Stadt mit den Birds bürgerfreundlicher gestalten und den öffentlichen Personennahverkehr durch emissionsarme und günstige Fortbewegungsmittel ergänzen. Bird haben die Stadtväter als "ein höchst innovatives Mobilitätsangebot, das Städten enormes Potenzial bietet, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren" eingestuft.

Die Verteilung der Birds wird über das gesamte Stadtgebiet erfolgen. Nutzern wird über die Bird-App der nächstgelegene E-Roller angezeigt. Für die Nutzung genügt die einmalige Registrierung. Mit der App wird der Bird entsperrt und steht zur Fahrt bereit. Kostenpunkt: 15 Cent pro genutzter Minute. Die Höchstgeschwindigkeit der Roller ist auf 20 km/h begrenzt.

Das ganz Besondere ist, dass alle Birds jeden Abend 21 Uhr eingesammelt, gereinigt und gegebenenfalls repariert werden. Bis 7 Uhr werden sie an strategisch günstigen und sicheren Orten wieder bereit gestellt. Im Rahmen eines Observer-Programms sind "Bird Watcher" tagsüber unterwegs, um die Elektroroller auf ihre Fahrsicherheit sowie falsches Parken zu überprüfen.

Bird wurde 2017 in Kalifornien gegründet. Seitdem wurde der E-Scooter-Sharing Service als umweltfreundliche Transportalternative in mehr als 100 Städten auf der ganzen Welt erfolgreich eingeführt. Eigentlich verwunderlich, dass Deutschland bisher fehlt.

"Wir freuen uns, diese Partnerschaft mit Bamberg heute als unsere erste Stadt in Deutschland bekannt zu geben, und wir unterstützen die Community dabei, ihre Ziele hinsichtlich Verkehrsreduzierung und Nachhaltigkeit zu erreichen. Bird bietet eine hervorragende umweltfreundliche Option für Strecken, die zu weit sind, um zu Fuß zu gehen, aber zu kurz für andere Möglichkeiten. Wir bereiten uns seit einigen Monaten auf einen Start in Bamberg vor und freuen uns darauf, als echte Alternative für die integrierte Mobilität in Bamberg und vielen weiteren deutschen Städten zu stehen,“ sagte Dr. Christian Geßner, Geschäftsführer von Bird in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Bamberg setzt konsequent auf Elektromobilität und will auch in der Micro-Elektromobilität durchstarten. Das E-Scooter-Sharing bietet eine Chance, die wir nutzen möchten," erklärte Andreas Starke, der Oberbürgermeister von Bamberg.