Rückkehr zu den Wurzeln: YAMAHAS eBike-Prototypen auf der interbike in Las Vegas.

28.09.2017 17:40

Yamaha, waren das nicht die mit den Motorrädern? Oder den Synthesizern für Alleinunterhalter? Ja, das alles ist die YAMAHA Corporation. Doch Yamaha ist und kann so viel mehr! Beispielsweise Yamaha Bicycles, Teil des YAMAHA-Konglomerats. Und die wiederum präsentierten jüngst auf der interbike in Reno/Las Vegas eine kleine Sensation. ELEKROFAHRRAD24-Chef Michael Huhn war selbst dort und hat’s mit eigenen Augen gesehen: vier Prototypen für neue YAMAHA-eBikes.
 


 

Das ist insofern erstaunlich, als YAMAHA zwar schon 1989 den ersten Protoypen und 1993 das erste Elektrofahrrad an den Start brachte, sich aber danach auf die Entwicklung von Antrieben beschränkte; YAMAHA-gebrandete eBikes gab es erstmal keine mehr.

Konkret wird es sich um die Baureihen Fitness, Utility, Road und Mountain handeln, die je nach Modell einen PW - bzw. PW-X -Antrieb verpasst bekommen.

EF24-YAMAHA-Prototypen-Collage

YAMAHA PW-X-Antrieb

Kurzer Exkurs: Yamaha nennt PW-X das System für „Pure Ride“, also das pure Fahren. Nichts soll davon ablenken, die Konzentration sich allein auf den Ride fokussieren. Um das zu erreichen, hat Yamaha „so weit wie möglich die Unstimmigkeiten eliminiert, die im Zusammenspiel zwischen Fahrer und Fahrrad auftreten können.“ Das Ergebnis ist ein Antrieb, der „eine so natürliche Fahrunterstützungscharakteristik aufweist, dass man ihn beim Fahren gar nicht bemerkt.“

„PURE RIDE“ baut auf drei Faktoren auf:

  • compact & lightweight: kompakter und leichter (als der PW-Antrieb)

  • High Output: Fünfter Modus namens “Extra Power Mode”aktive Fahrassistenz bis in hohe Drehzahlbereiche, dadurch stabile Unterstützung bei anspruchsvollen Steigungen und nach engen Kurven

  • Quick Response: überarbeitetetes Steuerprogramm für eine unmittelbare Reaktion auf Pedaldynamik

Interessanterweise imitiert YAMAHA nicht die neuartigen, ins Unterrohr integrierten Akkus à la BOSCH, sondern setzt auf die klassisch außen befestigten Akkupacks. Dennoch kann den Rädern ein gewisser Stilwillen nicht abgesprochen werden, folgen sie doch dem Trend, dass sich der Antrieb dem Rahmen unterordnet und nicht etwa vice versa.

Die Prototypen: Der erste Eindruck

Touren- oder City-eBike Cross Connect

YAMAHA Prototyp Cross Connect

Ein eCross für die Stadt: Komfort ja, aber vor allem schneller Antritt auf kurzen Distanzen. Dank der SR Suntour NCX Federgabel und dem geradem Lenker werden Unebenheiten gut kompensiert. Gepäckträger, Schutzbleche und Scheibenbremsen machen das Cross Connect alltagstauglich, ebenso wie Frontscheinwerfer und Rückleuchte, die dezent, aber ergonomisch am Lenker und im Gepäckträger integriert wurden.

Fitness-eBike Cross Core

YAMAHA Prototyp Cross Core

Hierbei handelt es sich um ein eCross, das statt über den typisch gebogenen Rennradlenker über den ergonomischeren City/Trekking-Lenker verfügt. Die Straßenlage ist effizient wie bei einem Rennrad. Daneben nur das Allernötigste an StVO-tauglicher Ausstattung wie Reflektoren und Beleuchtung. Keine Federgabel, Schutzbleche und Gepäckträger – beim Cross Core ordnet sich alles den Gesichtspunkten Leichtigkeit und gute Verarbeitung unter.

Road eBike Urban Rush

YAMAHA Prototyp Urban Rush eBike.

Noch einen Zacken schneller ist das Urban Rush e-Bike unterwegs – unverkennbar ein modernes, leichtes Rennrad mit intelligenter Tretunterstützung. Der steife Rahmen verzichtet auf Federungskomponenten und zusätzliche Anbauten. Sogar das Display sitzt aerodynamisch über dem Vorbau. Eine 7-Gang-Kettenschaltung sorgt für ausreichend Übersetzungsspielraum. Wären da nicht der Ständer und die Beleuchtung, könnte man meinen, es handle sich um ein Wettkampfrad, so „schlank“ kommt es daher.

eMTB YDX-TORC

Das eMTB der YDX-TORC Reihe besitzt das schnellste Schaltwerk der vier Prototypen, das eine aggressive Performance ermöglicht. Die 27,5+ Reifen rüsten das Hardtail für Uphill- und Downhill-Fahrten.

YAMAHA Prototyp eMTB YDX-TORC

Der Yamaha PW-X Motor bietet eine Reihe spezieller Mountainbike-Zusatzfunktionen, so zum Beispiel den e-MTB-Modus, dank dem die nervigen Levelwechsel während veränderter Geländesituationenentfallen. Die Steuerung neben dem Lenkergriff ist gut erreichbar angebracht und fühlt sich sehr ergonomisch an. Das Display ist dank verstärkter Ecken für alle Abenteuer gewappnet.

Wo gibt’s das?

Leider, leider werden die neuen Modelle auf dem außer-asiatischen Mark erst einmal nur in den USA erhältlich sein. Bislang steht nicht fest, wann und ob Yamaha seine vier neuen Modelle überhaupt in Europa anbieten wird.