PARK(ing) Day 2017, ADFC-Umfrage und BOSCH über Mobilität in Metropolen

15.09.2017 08:22

Zum Wochenausklang gibt’s neues Lese- und Nachdenkfutter: Zwei interessante Meldungen, die indirekt miteinander in Zusammenhang stehen.

Heute Internationaler PARK(ing) Day 2017

Zum einen möchten wir auf den heute stattfindenden, internationalen PARK(ing) Day 2017 hinweisen. In vielen deutschen Städten veranstaltet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hierzu heute Aktionen ( Übersicht ).

Themenfoto Parking Day. Quelle: Simon Chrobak - www.fahrradstadt.ms

Repräsentative ADFC-Umfrage zur Aufteilung des öffentlichen Raumes

Im Vorfeld hatte der ADFC die repräsentative Umfrage „Platz für Begegnungen “ in Auftrag gegeben, laut der die Hälfte aller Bundesbürger sich eine andere Aufteilung des öffentlichen Raumes wünscht. 87 Prozent von ihnen wollen mehr Platz für Begegnungen, Rad- und Fußverkehr, 50 Prozent wollen diese Veränderung zu Lasten des Autoverkehrs.

Der ADFC sieht das als Bestätigung, dass die Verkehrswende von breiten Bevölkerungsschichten gewollt ist.

Nur 10 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für mehr Parkplätze und Kfz-Fahrbahnen aus. Bei den weiblichen Befragten liegt der Wert sogar nur bei 8 Prozent. Ein Großteil der Menschen (87 Prozent der „Veränderer“ bzw. 42 Prozent der Gesamtbevölkerung) wünscht sich mehr Platz für aktive Mobilität und attraktive Aufenthaltsorte. Gefragt, woher der gewünschte Platz genommen werden soll, antworten die meisten (49,8 Prozent) „vom Autoverkehr“. Bei den Frauen ist der Ausschlag noch deutlicher (55,2 Prozent). 1.090 Bundesbürger ab 14 Jahren wurden vom Marktforschungsinstitut GfK befragt.

ADFC Infografik Wer soll Platz abgeben. Quelle: ADFC/Jacoby. ADFC Infografik Wofür mehr Platz. Quelle: ADFC/Jacoby.

Bundesweite Aktionen zum PARK(ing) Day

Engagierte in ganz Deutschland verwandeln heute Auto-Parkplätze für ein paar Stunden in etwas, das ihnen besser gefällt: Sitzecken, Cafés, Mini-Gärten, Spielplätze und temporäre Radspuren. Der ADFC ist in vielen Städten dabei und wirbt für sein Motto zur Bundestagswahl „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“ – unter anderem in Aachen, Bamberg, Berlin, Frankfurt, Karlsruhe, Köln, Magdeburg, Mainz, Münster, Ulm, Wiesbaden. Unter www.radlandjetzt.de listetder ADFC seine Forderungen auf.

Radland jetzt – die Forderungen

Konkret handelt es sich um folgende Punkte:

  • Vorrang für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV!
  • 800 Mio. Euro pro Jahr für Radverkehr!
  • Tempo 30 in Ortschaften!
  • Qualitätsstandards für Radinfrastruktur!
  • Radschnellwege statt Stadtautobahnen!
  • Zielgerichtete Verteilung von Finanzmitteln für Radverkehr an Kommunen!
  • Verkehr und StVO an Vision Zero ausrichten!
  • Eine/n Parlamentarische/n Staatssekretär/in fürs Rad!

BOSCH E-Bike Systems: Entspannteres Pendeln

Wem dies zu politisch ist: Unterstützung für die grün angehauchten ADFC-Forderungen kommt aus ungewohnter Ecke. Der Hersteller BOSCH e-Bike Systems, mit seinen eBike-Innovationen Dauergast in den ELEKTROFAHRRAD24-News, thematisiert in seiner jüngsten Pressemitteilung die Mobilitätswende in Metropolen und fragt, welche Ideen und Ansätze es hierzu schon heute gibt und was die Zukunft bringt.

Protectes Lanes in London. Quelle: BOSCH eBike Systems.

In Deutschland gibt es rund rund 30 Millionen Pendler. Jeder Zweite hat einen Arbeitsweg von unter zehn Kilometern. Auf diesen Distanzen ist das eBike oft das schnellste Verkehrsmittel. Es lohnt sich also umzudenken.

Weltweit leben schon heute mehr als 50 Prozent der Menschen in Städten. Im Jahr 2050 werden es 75 Prozent sein. Die Stadt ist das Lebenskonzept der Zukunft. Doch die Städte stehen auch vor vielen großen Herausforderungen: Luftverschmutzung, Engpässe bei der Versorgung mit Wasser und Energie, Platzmangel, verstopfte Straßen.

Elektromobilität kann einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung und einem lebenswerten urbanen Raum leisten. Als Verkehrsmittel bieten insbesondere Pedelecs große Möglichkeiten. Sie helfen dabei, Ressourcen zu schonen, Emissionen und Lärm zu mindern.

Die deutsche Bundesregierung setzt zunehmend aufs Rad. Vor vier Jahren wurde der „Nationale Radverkehrsplan 2020“ ausgerufen. Die Idee: durch ein umfassendes Angebot und eine verbesserte Infrastruktur den Radverkehr für Menschen attraktiver machen. Insbesondere auf dem Weg zur Arbeit. Bis 2020 will die Regierung den Radverkehrsanteil auf 15 Prozent (derzeit: zwölf Prozent) steigern.

Gelungen ist das unter anderem durch Zufahrtsbeschränkungen für Autos, höhere Parkgebühren und vor allem mit Hilfe durchgängiger Radwegenetze. Hinzu kommen zurzeit immer mehr Ladestationen und sichere Abstellmöglichkeiten.

Eine Studie zeigt: Auch in Deutschland könnten die meisten Autopendler problemlos auf eBIkes umsteigen. Das Angebot an Modellen ist dabei bunt und vielfältig.

Für radelnde Pendler ist wichtig, dass Wege vorhanden sind, die genügend Sicherheit bieten und attraktiv sind. Beispielsweise sogenannte Protected Bike Lanes, also breite Radwege entlang der Hauptverkehrsachsen, physisch vom Autoverkehr getrennt und ausschließlich für Radfahrer.

Es geht nicht nur um Zeit und Geld, sondern auch um Lebensqualität und Gesundheit: Denn im Durchschnitt verbringt jeder Erwachsene 11,5 Stunden täglich im Sitzen. Insbesondere bei Beschäftigten im Büro kommt die Bewegung oft zu kurz. Pedelecs eignen sich perfekt für Pendler, die quasi nebenbei ihre Ausdauer und Fitness trainieren möchten. Darüber hinaus tut aber jeder, der sich, anstatt in den Pkw zu steigen, aufs eBike setzt, nicht nur sich, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Legt man einen durchschnittlichen Benzinverbrauch von acht Litern pro 100 Kilometer bei allen Pendlerautos in Deutschland zugrunde, ergibt dies einen Verbrauch von beinahe 70 Millionen Litern Benzin pro Tag. Dadurch entstehen 156.000 Tonnen CO2. Das Pedelec bietet also immenses Einsparpotenzial.