Kaum Interesse an der Kaufprämie: Elektroauto-Förderung eine Fehlinvestition?

05.01.2018 16:10

Gerade erst standen die Stromtankstellen in der Kritik, und die nächste Negativ-Nachricht aus der Welt der E-Mobilität lässt nicht lange auf sich warten. Deutsche Mainstream-Medien berichten einhellig, dass die Kaufprämie für Elektroautos „wie Blei in den Regalen“ liegt (nebenbei gefragt: bei wem liegt eigentlich dieses ganze Blei im Regal, und warum?).

Nein, wir sind kein Auto-Blog. Ja, wir stellen Euch immer noch gerne primär neue eBikes vor. Aber auf der Suche nach schicken, schnellen, geilen oder auch einfach nur guten eBikes drängt sich der Eindruck auf, dass die eBike-Hersteller sich zum Jahresanfang noch etwas bedeckt halten, um dann pünktlich zu den bald beginnenden Messen aus vollem (Innen-)Rohr zu feuern.

Interesse an Kaufpraemie für eBikes

Dafür macht die Elektroautobranche gerade ganz schön von sich zu reden. Und da wir annehmen, dass viele von Euch nicht nur aus Faulheit aufs eBike steigen, sondern auch weil Ihr echte Alternativen zum Abgas-Horror konventioneller Automobile sucht, schielen wir ab und zu über unseren Tellerrand zu den Elektroautos, die uns jetzt im Stadtbild öfter als Pizza-Taxen oder Altenpflege-Hüpfer begegnen.

Leider scheint es um die Zukunft der leisen Gleiter nicht gut bestellt. Rissen sich vor zehn Jahren deutsche Autokäufer noch um die staatliche Abwrackprämie, ist das Interesse an der Kaufprämie für Elektroautos dagegen verschwindend gering. Mehr als anderthalb Jahre nach dem Anlaufen der Förderung liegen für gerade mal zehn Prozent der gesamten Fördersumme Anträge vor. (Der Ehrlichkeit halber muss man hinzufügen, dass seit Ende November 2017 nochmal rund 4000 Anträge eingegangen sind, ein nicht unsignifikanter Anstieg.)

Dennoch macht sich das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) Sorgen, dass ein Großteil der bis 2019 laufenden Förderung verfallen könnte, und ist daher laut BAfA-Präsident Andreas Obersteller auf die Idee verfallen, „einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden.“ Hm, sagen wir, war da nicht was? ;)

Ob das wirklich die Lösung sein dürfte, ist fraglich. Ja, es ließe sich entspannter reisen, pendeln etc., wenn es eine flächendeckende Ladeinfrastrukur gäbe. Doch sind die Gründe für die schleppende Nachfrage auch im vergleichweise hohen Anschaffungspreis der Elektroautos zu suchen. Und zu schlechter Letzt lässt die Reichweite ebenfalls noch zu wünschen übrig. Richten wir also unser Bat-Signal gen Himmel, auf dass Elon Musk recht bald die angekündigte Tesla-Super-Batterie aus dem Hut zaubert.