Dunkle Tage, helles Licht – Gesetzesänderung regelt Fahrradbeleuchtung neu

24.10.2017 08:47

Die heutige Meldung ist zuallererst einmal eine Deutschstunde, begegnen uns doch gleich zwei der Wortungetüme, wie man sie nur in deutschen Gesetzbüchern findet: es geht um „lichttechnische Einrichtungen“ in der „Straßenverkehrszulassungsordnung“.

Letztere hatte sich das Bundesverkehrsministeriums in diesem Jahr vorgeknöpft. Und somit auch den Paragraph 67 zu den „Lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern“, der gründlich entrümpelt wurde. In der überarbeiteten Form ist er schon seit 1. Juni 2017 in Kraft getreten. Aber da uns den Sommer über der Junimond und die Glühwürmchen heimleuchteten, war das bis dato vielleicht gar nicht so wichtig.

Mit dem Herbsteinzug und dem früheren Dunkel Werden und späteren Hell Werden wollen wir uns die Neuregelung einmal genauer ansehen.

Das verkehrssichere Fahrrad, Stand 1. Juni 2017. Quelle/Source: www.pd-f.de / Bernd Bohle.

Waren bislang nur Akkus (wie z. B. bei eBikes) bzw. „wiederaufladbare Energiespeicher“ als Alternative zum Dynamo möglich, darf Fahrradbeleuchtung jetzt auch mit Batterien betrieben werden. Da gerade in Rücklichtern oft Batterien verbaut sind, können nun auch Batterien mit einer andere Nennspannung als sechs Volt genutzt werden.

Akku- und Batteriebeleuchtung nur noch bei Bedarf

Und wo man bisher abnehmbare Leuchten wie Batterie- bzw. Akku-Beleuchtung ständig mitführen musste, ist dies nun ausschließlich bei Dämmerung, Dunkelheit oder schwierigen Sichtverhältnissen erforderlich. Hier hat sich gezeigt, dass der Gesetzgeber realistische Vorgaben macht – denn welcher Mountainbiker belastet sich auf Tagestouren bei strahlendem Sonnenschein schon gerne mit einer Lampe?

Die größeren Freiheit dürfen aber nicht in Narrenfreiheit umschlagen: jegliche verwendeten Komponenten müssen das Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamtes tragen. Dessen für alle Lampen im Straßenverkehr verpflichtende „K-Nummern“ kennzeichnet eine Wellenlinie, der Großbuchstabe K sowie eine Zulassungsnummer. Auf nächtlichen Touren abseits der Straße sind allerdings auch Outdoor-Lampen oder Helmlampen ohne K-Nummer erlaubt.

Zweiter Rückstrahler fällt weg

Ein weiterer Punkt, der gerade Liebhabern minimalistischer Fahrräder recht sein wird, ist der Wegfall des zweiten roten Rückstrahlers. Neuerdings muss neben der Schlussleuchte nur noch ein roter, nicht dreieckiger Rückstrahler der Kategorie „Z“ verbaut sein, der sogar in die Schlussleuchte integriert sein darf. Dies erlaubt Radfahrern ohne Schutzbleche endlich, StVZO-konform unterwegs zu sein.

Blinker sowie Tagfahr-, Fern- und Bremslicht sind jetzt erlaubt

Den aktuellen Stand der Technik reflektiert die Neuerung, dass Scheinwerfer ab sofort mit Tagfahr- und Fernlicht ausgestattet sein dürfen. Auch ein ins Rücklicht integriertes Bremslicht ist nun erlaubt – definitiv ein Angleich an die Standards anderer Verkehrsmittel, der das Fahrrad auf Augenhöhe hievt. Außerdem sind jetzt an Mehrspurfahrzeugen wie Liegerädern oder an Fahrrädern, wo ein Handzeichen nur schwer erkennbar ist, Blinker erlaubt. Aber Achtung! Blinkende Front- und Rückleuchten sind für Fahrräder weiterhin off limits, dürfen aber als Zusatzleuchten am Körper getragen werden.

Neu ist auch die Regelung, dass zwei Scheinwerfer oder Rückstrahler am Rad angebracht werden dürfen: bei Rädern über einem Meter Breite ist dies sogar vorgeschrieben – Stichwort Lastenräder.

Auf Kritik stößt die Löschung der bisherigen Regelung, wonach der Lichtkegel nach fünf Metern noch halb so hoch wie am Ausgangspunkt scheinen muss. Jetzt muss der Scheinwerfer so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Ob das sinnvoll ist, ist fragwürdig.

Eine Neuerung gibt es auch bei der Verwendung von sogenannten „Speichen-Sticks“. Falls diese am Rad verbaut sind, muss an jeder einzelnen Speiche ein reflektierender Stick angebracht sein.

Beleuchtung an Anhängern ist klarer geregelt

Erstmals wird auch die Beleuchtung an Fahrradanhängern geregelt. Zu diesem Zwecke wurde der der Paragraph 67a eingeführt.

CROOZER by night. Quelle/Source [´www.croozer.com | pd-f´]

Ab 1. Januar 2018 verkaufte Fahrradanhänger ab 600 Millimeter Breite mit zwei weißen Reflektoren nach vorne sowie einer roten Schlussleuchte auf der linken Seite sowie zwei roten Reflektoren ausgestattet sein. Anhänger mit mehr als 1.000 Millimeter Breite benötigen zusätzlich eine weiße Frontleuchte. Unabhängig von der Breite dürfen ein weiteres Rücklicht sowie noch weitere Reflektoren verbaut sein. Auch das Anbringen von Blinkern zum Richtungswechsel ist erlaubt. Mindestens 50 Prozent der Schlussleuchte des Rades müssen sichtbar sein. Verhindert ein Anhänger dies, muss dieser zusätzlich mit einer Schlussleuchte ausgestattet werden.

Wie Branchenexperten diese Neuerungen bewerten, könnt ihr beim pressedienst-fahrrad lesen.

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