Am Sonntag ist Wahl. Die Fahrradbranche hat da ein paar Wünsche…

22.09.2017 13:02

Am Sonntag habt ihr, haben wir die Wahl. Ja, auch die, nicht wählen zu gehen, Aber habt ihr schon einmal überlegt, dass Politik nicht nur aus den „großen“ Themen wie Renten, Besteuerung oder Migrationsbewegungen besteht, die einen zugegebenermaßen in ihrer Komplexität bisweilen überfordern können, sondern dass Politik auch die „kleinen“ Dinge sind, die uns Fahrradfahrern bei unseren täglichen Wegen auf- oder einfallen? Wenn wir die Kinder zur Kita bringen und diese in ihrem Anhänger ständig auf Nasenhöhe mit Auspuffrohren hängen? Wenn der Fahrradweg mal wieder hoffnungslos überfüllt ist und das Pendeln zur Arbeit länger dauert, als das mit eurem schicken eBike eigentlich der Fall sein müsste? Wenn sich auf der wichtigsten europäischen Messe für einen gigantisch wachsenden Markt keine Spitzenpolitiker blicken lassen, obwohl gerade Wahlkampf ist und fast jede Partei betont, wie ernst es ihr angesichts des Klimawandels mit dem Umweltschutz sei?

Der pressedienst-fahrrad hat hierzu unter dem Titel „Zehn Wünsche an die Politik“ konkrete Statements von Branchenvertretern zusammengetragen, die vielleicht geeignet sind, eure Entscheidung, ob und wen ihr bei der Bundestagswahl wählt, nochmals zu hinterfragen.

Radfahrer im Gespräch vor dem Reichsstagsgebäude. Quelle/Source www.abus.de | pd-f

So wünscht sich der Marketingmanager des Kinderradherstellers PUKY, „eine kinder- und familienfreundliche Infrastruktur mit mehr verkehrsberuhigten Zonen“, damit Kinder früh begreifen, dass man für Alltagswege kein Auto braucht.

Der Geschäftsführer beim Beleuchtungsspezialisten Busch & Müller findet, „neue Straßen müssten grundsätzlich mit Radwegen ausgestattet werden“ und „vorhandene mit je einem Seitenstreifen um einen Radweg“ ergänzt werden.

Ein Vertriebsleiter von Fahrrad-Parksystemen fordert einen „Paradigmenwechsel in der Stadt- und Verkehrsplanung.“ Benötigt wird z. B. „eine ausreichende Anzahl an sicheren und witterungsgeschützten Fahrradabstellanlagen.“

Die Geschäftsführerin des auf Nachhaltigkeit bedachten Bekleidungsspezialisten Vaude schlägt den „Einbezug des öffentlichen Nahverkehrs, v. a. im Hinblick auf den Transport von Fahrrädern“ vor.

Der Vertriebsleiter beim Fahrradhersteller Winora regt den Bau von Radschnellstraßen für Pendler an, die sowohl Radfahrern mit als auch ohne E-Antrieb ein sicheres Fahren ermöglichen“ sollten. Und „ähnlich wie bei den Elektroautos sollten die Bürger mit Steuervergünstigen dazu motiviert werden, sich statt eines Autos ein E-Bike zu kaufen oder zu leasen, um damit umweltschonend längere Strecken zurücklegen zu können.“

Der Geschäftsführer beim deutschen Brompton-Vertreiber, Voss Spezial-Rad, setzt auf die „Stärkung des ÖPNV und eine erstklassige Fahrrad-Infrastruktur, besonders in den Stadtzentren, sodass die letzte Meile auf dem Fahrrad der Höhepunkt auf dem Weg zur Arbeit wird.“

Der Geschäftsführer beim Bambusradhersteller My Boo setzt sich für die Verbindung von sozialem Engagement und wirtschaftlichem Handeln in Deutschland ein. Die Politik solle nachhaltige Mobilität aktiv unterstützen.

Der Geschäftsführer beim Bike-Accessoires-Anbieter Fahrer Berlin lenkt den Blick auf „Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in den Innenstädten“ und äußert den Wunsch „als Unternehmer an die Politik, ein Umfeld sicherzustellen, in dem Marktteilnehmer gleichberechtigt behandelt und nicht durch Subventionen in veraltete Technologien Fortschritt gebremst wird und Marktverhältnisse ins Ungleichgewicht kommen.“

Die Projektmanagerin beim Kinderanhänger-Hersteller Croozer sieht „Fahrradanhänger als flexibles und preiswertes Zero-Emission-Fahrzeug für Familien, Freunde und Gewerbe“ und fordert deren Wahrnehmung und Berücksichtigung in der Städte- und Verkehrsplanung, z. B. „breitere Radwege und Radspuren, aber auch passende Abstellanlagen.“

Und der Produktmanager beim Radtaschenspezialist Ortlieb meint, „wir brauchen mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und Busse. Der wird nur frei, wenn der Raum nicht von fahrenden oder parkenden Autos belegt ist.“

Das war die ELEKTROFAHRRAD24-Kurzfassung – bitte folgt dem Link auf den pressedienst-fahrrad, um die „Zehn Wünsche an die Politik“ ausführlich zu lesen.

Was auch immer ihr am Sonntag wählt oder im Vorfeld gewählt habt – ein eBike ist immer die beste Wahl! ;)