Eriderz: Fahrsicherheitstraining für E-Bike-FahrerInnen

07.03.2018 08:43

E-Bikes in den (Unfall)-Statistiken

Das beste Beispiel für die Tatsache, dass Statistiken nicht lügen, die Meldungen darüber aber schon, sind die alljährlich verkündeten Unfallzahlen für E-Bikes. Ja, sie steigen, und zwar – das ist auch schon der Knackpunkt – sowohl die Zahl der E-Bikes auf deutschen Straßen, als auch die Unfälle, in die sie involviert sind. Zwischen beiden Zahlen besteht eine Korrelation, aus der dann eine angebliche Kausalität konstruiert wird: „E-Bikes verursachen mehr Unfälle, weil ihre Fahrer entweder herzlose Raser im Geschwindigkeitsrausch oder unerfahrene Zauberlehrlinge sind, die mit der schieren PS-Zahl unter ihrem Hintern nicht umgehen können.“

eriderz – sicheres Cruisen für Um-, Ein- und Aufsteiger

Wie dem auch sei, ist jetzt in Hamburg ein Projekt gestartet, das ein Fahrsicherheitstraining für E-Bike-FahrerInnen bietet.

ERIDERZ-Banner. Quelle: eriderz.comeriderz – Fahrsicherheitstraining für E-Bike-FahrerInnen. Bildquelle: eriderz.com

Vom Namen eriderz darf man sich nicht in die Irre führen lassen. Was nach einem VHS-Kurs für Möchtegern-Hip-Hopper klingt, die lernen wollen, wie man voll korrekt durch die Hood cruist, ist tatsächlich solide, deutsche Lehrtätigkeit mit vier Modulen: Einsteiger, Aufsteiger, Fortgeschrittene und Sicherkönner. Bei maximal zehn Teilnehmern kosten die Kurse je nach Gruppengröße zwischen 70 und 89 €. Allerdings kann man sich nicht ein einzelnes Modul nach Selbsteinschätzung ehrauspicken: „Alle Module können nur in der vorgegebenen Abfolge gebucht werden.“

Der Einsteigerkurs behandelt Grundlagen wie die Einstellungen von E-Bike-Satteln und -Lenkern sowie Anfahren, Bremsen, Anhalten und andere wichtige Fahrmanöver. Im Aufbaukurs sind das Kurvenfahren, Balance und Ausweichmanöver dran. Die Fortgeschrittenen erlernen Strategien zur Vermeidung gefährlicher Situationen im Straßenverkehr, als da wären: vorausschauendes Fahren und das Bewältigen von Hindernissen. Sicherkönner sind die, die am Ende Strategien zur Unvallvermeidung in ihrem Arsenal haben.

Weltweit erstes E-Bike-Sicherheitstraining

Ins Leben gerufen wurden die Kurse von Matthias Faber. Mit seinem Geburtsjahr 1969 dürfte der Sportwissenschaftler das Durchschnittsprofil eines E-Bikers erfüllen. Seine beruflichen Stationen umfassten z. B. erster deutscher MTB-Fahrtechniktrainer, Fitness- und Radsporttrainer sowie Schwedischer BMX-Nationaltrainer. Jetzt nimmt er für sich in Anspruch, das „weltweit erste E-Bike-Sicherheitstraining entwickelt“ zu haben. Sein Ziel ist laut eigener Aussage. „E-Biker für den Strassenverkehr zu sensibilisieren und ihnen eine verbesserte Fahrtechnik als Werkzeug an die Hand zu geben, um gefährliche Situationen zu meistern oder idealerweise ganz zu vermeiden.“

Marktlücke oder Pflichtprogramm?

Eine der Herausforderungen beim Wechsel vom Fahrrad aufs E-Bike ist sicher die plötzliche Geschwindigkeit, die anfänglich bei so manchem zu brenzligen Situationen führen dürfte. Insofern hat Matthias Faber mit seinen Eriderz einen Trend erkannt und eine Marktlücke identifiziert. Ob man nun beim Umstieg aufs E-Bike während einer selbst auferlegten Karenzphase einfach besonders defensiv fährt oder das Fahrsicherheitstraining für bis zu 356 € in Anspruch nimmt, muss jeder für sich selbst wissen.


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