E-Biken im Hängesitz

05.06.2018 20:55

Er zählt zu den legendären Erfindungen in der Geschichte des Fahrrades: der Pedersen-Rahmen. 1894 wurde er vom Dänen Mikael Pedersen zum Patent angemeldet, um den Sitzkomfort damaliger Fahrräder wesentlich zu verbessern. Pedersen baute in einen Rahmen, der aus Dreiecken bestand, einen in einer Hängematte integrierten geflochtenen Sattel ein. Das Ergebnis waren unglaublich leichte und stabile Bikes. Ihr Nachteil war der mit sehr hohem Aufwand herzustellende Rahmen, was die Räder sehr teuer machte. In den 1980er Jahren erlebten die Pedersen-Räder ein Comback – allerdings nur in Manufakturarbeit nach individuellem Kundenwunsch.

Pedersen Manufaktur Kalkhoff

Gebaut wurden sie unter Anderem in der Pedersen Manufaktur von Kalle Kalkhoff. Diese wurde am 1.1.2018 von Utopia Velo übernommen. Die neuen Geschäftsführer Inge Wiebe und Ralf Klagges hatten versprochen, die Entwicklung der Pedersen-Räder weiterzuführen. Fünf Monate hat man sich für die Neuentwicklung Zeit gelassen, um nun den überarbeiteten Pedersen-Rahmen auf den Markt zu bringen.

Pedersen Pedelec

Unter dem ganz klassischen Namen "Pedersen" bringt Utopia Velo ein Bike heraus, dessen Rahmen nur aus Dreiecken besteht. Hier arbeiten nur Zug- und Druckkräfte, es gibt keinerlei Biegemoment. Und nach wie ist das Pedersen "Custome Made", das heißt der Kunde bestimmt die Ausstattung. Dann erst wird der Rahmen in Holland gefertigt. Die Produktion der Laufräder erfolgt in Saarbrücken, genau wie die Montage und Endkontrolle.

Pedersen Pedelec

Und natürlich kann es keine Innovtaion am Fahrradhimmel mehr geben, ohne die E-Bike-Variante mit zu denken. Für den Antrieb haben Van Raam in Holland und Utopia in Saarbrücken gemeinsam getüftelt. Herausgekommen ist ein hauseigener Frontantrieb mit Akku am Heck. "Dann bleibt das Fahrrad im Gleichgewicht und Sie können weiterhin ganz wie gewohnt Rad fahren. Die Schaltung ist unabhängig vom Antrieb, der Motor greift nicht über die Kette ein, sondern zieht das Rad von vorne wie beim Allrad Antrieb. Die Motorleistung wirkt direkt, daher ist der Wirkungsgrad mit 90 Prozent sehr hoch," heißt es als Begründung für die Frontantriebswahl. Als DirectDrive, würde der Antrieb leicht wie ein Nabendynamo laufen und in Kombination mit dem Sensor-Tretlager optimal die eigene Leistung unterstützen. "Sie fahren wie bisher, es geht nur etwas leichter.“

Was sicher nicht jedes E-Bike kann, ist Treppensteigen. Das Pedersen Pedelec kann es! Wenn Frontmotor und Traktionskontrolle wirken, fährt das Rad quasi die Treppe hinauf, während der Fahrer neben her läuft und den Knopf am Display drückt.

Akku im Gepäckträger

Technischer Clou und optisch interessant ist der Tubus-Racktime Gepräckträger, der speziell für die Akkus, wie sie am Pedersen-E-Bike zum Einsatz kommen, gebaut wurde. Das Akkugewicht liegt hier eng am Rad. Außerdem lassen sich zusätzlich zwei große Packtaschen befestigen. Damit der Fahrtwind die Akkus kühlen kann, bleibt zwischen Akku und Taschen eine Handbreit Abstand.

Der Preis in der einfachsten Ausstattung des Pedersen-Pedelec liegt bei 2790 Euro. Respekt. Und das trotz jeder Menge Manufakturarbeit.