Die Magenta-Mobilmachung: Telekom setzt auf eBike-Flotte

11.07.2017 14:04

Frage: Wie wird DSL noch schneller? Antwort: Mit einem eBike.

Nein, wir sind hier nicht vor lauter Urlaubsreife ins Kalauern verfallen. Wir geben einfach den jüngsten PR-Knaller der Telekom, sagen wir: leicht verkürzt, wieder.

Die Telekom hat nämlich einen Geschäftsführer, Ferri Abolhassan, der nicht etwa für den Bereich Service, nein, für die Service-Transformation verantwortlich ist. In dieser Funktion ruft er in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche quasi die Service-Revolution aus: „Mit eBikes kommen wir in Großstädten schneller und ohne Parkplatzsuche zum Kunden.“ 

Konzernzentrale der Deutschen Telekom in Bonn. Foto: Qualle/Wikimedia Commons.Konzernzentrale der Deutschen Telekom in Bonn. Foto: Qualle/Wikimedia Commons.

Malheur-Flotte in Magenta

In Hannover, Düsseldorf und Duisburg müssten demnächst die glücklichsten Deutschen leben, denn dort schwärmen testweise die ersten Magenta-eBikes aus. Bei diesen Pedelecs handelt es sich um Lastenräder, die vor dem Lenker Stellflächen haben, welche mit  magentafarbenen Boxen ausgestattet sind. Diese Schatzkästlein beherbergen Werkzeuge, Messinstrumente, Schaltdrähte, Router und (nach bisher unbestätigten Gerüchten) die Weltformel.

Mithilfe der Magenta-Flotte soll es laut Abolhassan gelingen, alle Kundentermine „nicht nur meistens, sondern immer“ einzuhalten.

Falls Ihr jetzt vorschnell jubelnd die Arme in die Höhe reißt, weil Ihr zu denen gehört, die laut Stiftung Warentest zwischen fünf und zehn Wochen auf einen neuen Internet- bzw. Telefonanschluss warten müssen – gemach! Denn ist wirklich der Verkehr an der DSL-Misere unter deutschen Dächern schuld? Nein! Laut test.de sind unter den Gründen für die langen Wartezeiten der wichtigste Grund Techniker, die vereinbarte Termine absagen. Oder, wie ein frustrierter Kunde auf Golem.de anmerkte: Bei meinem nächsten Umzug werde ich im Klappstuhl neben meinem Briefkasten sitzen, wenn der Telekom-Techniker sich ankündigt. Ob der dann mit dem PKW, einem E-Bike, dem Bus oder auf einem Pony kommt, ist mir Wurst.

Vom Baggersee-Korokodil zum Magenta-eBike: ist schon wieder Sommerloch?

Wir von Elektrofahrrad24 freuen uns natürlich immer, wenn eBikes in den Fokus der Medien rücken. Bei der jüngsten Telekom-„Service-Offensive" können wir es uns allerdings nicht verkneifen, an ein bestimmtes Loch zu denken. Es ist nicht das im Magen kurz vor der Mittagspause. Es ist nicht das in der Ozonschicht. Es ist das größte und geduldigste aller Löcher – das Sommerloch.

Sind also die Magenta-eBikes die Baggersee-Krokodile des Jahres 2017? Oder ist doch was dran am Plan des Supermanagers Abolhassan?

eBike, Moped oder doch lieber Segway?

Das Thema wird in einschlägigen Kommentarspalten heiß diskutiert, und immer wieder taucht die Frage auf, warum gerade eBikes? Warum nicht Mopeds oder Segways?

eBike-Bekehrte kennen bereits die Antwort: Weil Pedelecs die ideale Kombination aus Können und Dürfen darstellen. Man ist relativ flott unterwegs, darf aber dank der Begrenzung auf 25 km/h ungestraft Radwege nutzen. Man braucht keinen Führerschein, keine Versicherung, und es besteht noch nicht einmal Helmpflicht. Segways hingegen fahren nie schneller als 20 km/h, auch nicht bergab: Zur Geschwindigkeitsbegrenzung sind sie mit einem sogenannten Speed Limiter versehen. Und Mopeds dürfen eben nicht auf Radwege, stünden also im selben innerstädtischen Stau wie Autos.

Abgeguckt bei Ab die Post?

Über einen weiteren Mega-Servicedienstleister, der auf eBikes setzt, berichteten wir bereits:

Die Deutsche Post betreibt mit knapp 11 000 Pedelecs und 2 500 eAutos (StreetScooter "Work") die größte E-Flotte in Deutschland und nimmt aktuell 1000 eBikes von StreetScooter in Dienst.

Vielleicht dachte die Telekom ja auch einfach, was bei der Deutschen Post funktioniert, kann für uns so schlecht nicht sein?

Wir von Elektrofahrrad24.de können nur mutmaßen. Eines wissen wir aber genau – ob Service-Offensive oder Sommerloch: eBikes, Pedelecs und Elekrofahrräder sind eben sehr vielseitig.


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